Drachenbootrennen

Fernöstliches Flair auf der Dove-Elbe

Allermöhe (ols). Ausgepumpt, aber überglücklich steigt die Mannschaft der Hamburger Stadtreinigung aus ihrem Boot.

Dank eines tollen Rennens im Zwischenlauf der Fun-Klasse, das mit Rang zwei belohnt wurde, haben sich die "Sauberdrachen" über die Zeit für das A-Finale des 250-Meter-Rennens qualifiziert. Mit ihren noch klitschnassen Händen klatschen sich die Kolleginnen und Kollegen ab, Jubel und Gelächter ist zu hören, als sich die Drachenboot-Betriebssportgruppe in Reih' und Glied postiert. Was nun noch fehlt, ist die obligatorische Welle. Doch Teamkapitän Udo Metze scheint vertieft zu sein. "Udo, jetzt komm!", schallt es ihm entgegen. Erst jetzt bemerkt der 54-jährige Wentorfer, dass die Pflicht ruft. Hastig läuft er den Steg hoch zu seinem Team und wirft die Arme in die Höhe.

"Das war mehr, als wir erwartet hatten", freute sich Metze kurz darauf. Doch nicht nur durch ihre Leistungen machte seine Mannschaft auf sich aufmerksam. Auch mit ihren orange leuchtenden Anzügen trugen die "Sauberdrachen", die über 250 Meter schließlich Vierte wurden, beim 3. Taiwan-Cup auf der Regattastrecke in Allermöhe zu einem farbenfrohen Event bei.

Das wohl schönste Outfit aber hatte Yixuan Huang, die im chinesischen Team Long Xing Hanbao der Wassersportabteilung der SV Polizei Hamburg die Rolle der Trommlerin und Taktgeberin übernahm. Mit ihrem bunten Dress und einem Bambushut gab die seit 2007 in Deutschland lebende Huang der Veranstaltung eine fernöstliche Note. Das Teilnehmer- und Besucherfeld aber hatte noch weitere Besonderheiten zu bieten. Das Team San-Jiao-Du etwa reiste extra aus Taiwan an.

Auch der frühere Seemann Horst Fuchs ließ sich während seiner Fahrten in asiatische Gefilde immer wieder von China und Taiwan faszinieren. Der 69-Jährige coacht das Team der Bambusdrachen Hamburg, bei dem er auch Steuermann ist. Die Hälfte seiner Schützlinge sind Taiwanesen. Kein Wunder also, dass sich Hsiao-nee Chang, Generaldirektorin der Taipeh-Vertretung, in Allermöhe fast schon heimisch fühlte. "Bei uns allerdings muss nicht bloß die Ziellinie überquert, sondern eine Fahne aus einer Boje herausgezogen und ins Wasser geworfen werfen", erklärte sie.

Die Sieger, 250 Meter, Fun: Schöne Aussicht (Fresan GmbH); Sport: Dragon One (Rudervereinigung Dessau); 500 Meter, Fun: WSAP 2 (WSAP Hamburg); Sport: Sonntagsfahrer (WSC Friedersdorf); 2000 Meter, Fun: Sauberdrachen (Stadtreinigung Hamburg); Sport: KRK Blue Eagles (KRK Versichungsmakler).