Handball

Ein Hobbit will zur Junioren-WM

Schwarzenbek. Zum Gespräch kommt Niclas Dombrowski auf seinem Fahrrad angestrampelt.

Mit seinen kurzen, lockigen Haaren erinnert er nicht gerade an den Hobbit "Frodo", der in dem Fantasy-Roman "Herr der Ringe" eine der Hauptfiguren ist. Doch ausgerechnet "Frodo" ist schon seit vielen Jahren der Spitzname des Schwarzenbekers. "Ich habe meine Haare früher lang getragen", erklärt Dombrowski. Und tatsächlich: Stellt man sich den 19-Jährigen mit "Matte" vor, ist eine gewisse Ähnlichkeit mit Elijah Wood, der in der gleichnamigen Verfilmung den Frodo spielt, nicht von der Hand zu weisen. Zumal er mit 1,72 Meter nur vier Zentimeter größer ist als der US-Amerikaner. Egal für welche Handballmannschaft der angehende Abiturient seit der Namensgebung durch einen Mitspieler aufgelaufen ist, seinen Spitznamen hat er stets behalten.

Handball hat bei den Dombrowskis Tradition. Schon Vater und Großvater haben diese Mannschaftssportart jahrelang ausgeübt. Die Stationen von Dombrowski junior lauten Schwarzenbek, Geesthacht, Lübeck, Bad Bramstedt und schließlich Bad Schwartau. Bereits mit 17 Jahren hat er in Dessau zum ersten Mal für die Marmeladenstädter in der 2. Bundesliga gespielt. Seitdem hat sich der Rechtsaußen bei den Bad Schwartauern etabliert und spielt vor 2000 Zuschauern. Zurzeit führt der Verein sogar die Tabelle an. Auch wenn die Messlatte nicht so hoch ist. "Wir wollen uns für die eingleisige 2. Liga qualifizieren", gibt Dombrowski an.

Sein persönliches sportliches Ziel ist etwas ehrgeiziger gesteckt. Der Linkshänder will bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2011 in Griechenland dabei sein. Bereits fünfmal hat der Schwarzenbeker Schüler das Trikot mit dem Adler auf der Brust getragen. Aber zunächst muss sich das Team in der Ukraine qualifizieren.

Was im Gespräch auffällt, ist seine Zielstrebigkeit. "Die braucht man, sonst setzen sich andere durch", weiß Dombrowski, der fünfmal in der Woche zum Training nach Bad Schwartau fährt. Betriebswirtschaft möchte er nach dem Abitur studieren. Hierbei zieht er eine Parallele zu seinem Sport: "Auch die freie Wirtschaft ist mit Leistung verbunden." Dass er hier richtig aufgehoben ist, konnte er bei der Aktion "Chef für einen Tag" zeigen. Als einer der Sieger begleitete er im November den Edeka-Chef Markus Mosa bei dessen Arbeit.

Auch deswegen hat Dombrowski so gar nichts von der Fantasyfigur Frodo im "Herr der Ringe". Es sei denn, er würde sich wieder die Haare wachsen lassen . . .

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