Fußball-Oberliga

Wenn einem ein Licht aufgeht

Bergedorf. Es war bereits recht finster im Stadion an den Sander Tannen. "Kannst du mal bitte dafür sorgen, dass wir ein wenig Licht bekommen?", bat Referee Thorsten Bliesch (Niendorfer TSV) Bergedorfs Mannschaftskapitän Martin Sobczyk in der 72. Minute des Fußball-Oberligaspiels gegen den USC Paloma. 180 Sekunden später flackerten die ersten Halogenstrahler.

Just in diesem Moment ging auch "85"-Joker Sascha de la Cuesta ein Licht auf, wie der Abwehrriegel der Gäste zu knacken ist: per Alleingang. Mit einem herrlichen Solo drang der eingewechselte Offensivmann in den Strafraum ein und konnte dort nur mit unlauteren Mitteln gestoppt werden. Den fälligen Strafstoß verwandelte der 21-Jährige selbst zum 1:1. Später wurde de la Cuesta endgültig zum Matchwinner, als er den 2:1-Siegtreffer durch Fatih Gürel (90.) vorbereitete.

Es waren nicht von ungefähr zwei Einzelaktionen, die den "Elstern" den glücklichen, aber ob der Mehrzahl an Chancen verdienten Erfolg bescherten. Spielerisch wusste die Elf von Coach Manfred Nitschke über die gesamte Distanz nur selten zu gefallen. "Wir haben lethargisch und phlegmatisch begonnen", kritisierte der Trainer den Bergedorfer Auftritt im ersten Abschnitt.

Die Hausherren hatten zwar auch in Durchgang eins mehr Ballbesitz, agierten aber viel zu umständlich und verspielt. Ganz anders die Gäste. Mit schnörkellosem Fußball und viel Herz machte der USC seine technische Unterlegenheit wett und besaß durch Thiemo Kieckbusch' Pfostenschuss die erste Chance (6.). Genauer zielte dessen Sturmpartner Christian Jelting in der 39. Minute. Nach einem feinen Diagonalpass von Dirk Savelsberg traf er per Kopf zum 1:0 - der Halbzeitstand.

Nach der Pause erhöhte "85" nochmals den Druck, blieb bis zur Einwechslung von de la Cuesta (70.) in der Offensive aber wirkungslos. Es folgte der große Auftritt des Jokers, der von der Mittellinie Anlauf nahm und unwiderstehlich in den 16-Meter-Raum eindrang. "Das war ein Lionel-Messi-Solo", verglich Ersatzverteidiger Jan Dreyer de la Cuesta mit dem Superstar vom FC Barcelona.

Es sollte nicht die letzte herausragende Aktion des Bergedorfer "Messi" sein. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff drosch er aus spitzem Winkel und vollem Lauf aufs Gehäuse - Keeper Tom Pöhls konnte das Geschoss nur vor die Füße von Gürel abklatschen, der zum 2:1 vollendete. Es folgten unbeschreibliche Jubelszenen. Doch nicht Torschütze Gürel, sondern Vorbereiter de la Cuesta war der Empfänger der Gratulationen. "Er ist in dieser Liga ein Ausnahmefußballer", lobte Coach Nitschke.

Bergedorf: Braun (3); Pettersson (3), Oduro-Opuni (3) ab 46. Carolus (3), Schmer (2-3), Goldgraebe (3-4); Sobczyk (3), Rohrberg (4) ab 70. de la Cuesta (1), Iscan (3-4) ab 76. Yasar (-), Kunath (2-3), Gürel (3); Landau (4-5).