Tennis

Talent Carina Witthöft wechselt den Trainer

Wentorf (vg). Die 14-jährige Carina Witthöft war im vergangenen Jahr die jüngste Hamburger Damen-Meisterin aller Zeiten. Doch auch ein Ausnahme-Talent wie sie muss manchmal noch umlernen.

Weil ihre extreme Griffhaltung künftigen Erfolgen im Wege gestanden hätte, hat sich die Wentorferin eine mehrwöchige Turnierpause genommen, um ihr Spiel in Ruhe zu verändern. Damit einher geht ein Trainerwechsel: Statt Jörn Renzenbrink betreut künftig Florian Meier sowohl Carina als auch ihre drei Jahre ältere Schwester Jennifer.

"Die Zeit war reif", schätzt Vater Kai Witthöft, der in Hamburg-Jenfeld ein Tenniscenter betreibt. Die Veränderungen kamen ins Rollen, als die Witthöfts im Dezember das Spiel Carinas biomechanisch untersuchen ließen. Meier, ein Autodidakt, der unter anderem fünf Jahre in den USA als Tennistrainer gearbeitet hatte, machte Aufnahmen in Super-Zeitlupe und zog hinterher eine ernüchternde Bilanz. "Sag mal, Carina, wenn man dir schnell und hart auf die Vorhand spielt, dann kriegst du keinen Ball, oder?", fragte Meier und traf damit genau ins Schwarze. Denn genau das war immer die große Schwäche der Wentorferin gewesen.

Meier führte aus, dass von den Top-100 der Damen-Weltrangliste keine einzige Spielerin eine solch' extreme Griffhaltung wie Carina Witthöft hat. Die 14-Jährige war schnell entschlossen: Sie sagte das anstehende Turnier ab und stürzte sich stattdessen gleich am nächsten Tag mit Feuereifer in die Aufgabe, ihre Technik umzustellen. Ex-Profi Renzenbrink wollte einen so radikalen Schritt nicht mittragen. Also trennt sich Familie Witthöft von ihm und übertrug stattdessen Meier das Coaching der beiden Töchter. "Renzenbrink hat in Wimbledon gespielt, aber Meier war als Trainer in Wimbledon, das ist ein Riesenunterschied", betonte Kai Witthöft.

Die Schlägerhaltung hat großen Einfluss auf die Richtung, in die der Ball geschlagen wird. Ein Grad Abweichung führt dazu, dass der Ball zwei Meter weiter links oder rechts auftrumpft. Carina Witthöft musste ihre Schlägerhaltung um satte 45 Grad korrigieren. "Das ist eine Welt. Normalerweise geht da anfangs jeder Ball an die Hallendecke", erklärt Kai Witthöft. Doch sie malte sich Markierungen auf den Schlägergriff und die Hände und lernte Stück für Stück um. Bis zu den deutschen Jugend-Meisterschaften Mitte März in Essen hat sie deshalb alle Turniere abgesagt.

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