Verwahrung

Verschollene Dorfchronik von Hohnstorf wieder aufgetaucht

Lauenburg (eb/er). Lange galt die Hohnstorfer Dorfchronik als verschollen, lediglich eine unvollständige und schlecht lesbare Kopie lag im Gemeindearchiv - bis vor einigen Tagen ein Brief der Sparkasse Lüneburg Hohnstorfs Bürgermeister André Feit erreichte.

"Darin bat man uns, zwei sogenannte Verwahrstücke aus der Obhut der Sparkasse wieder an uns zu nehmen", so Feit. In der Gemeindeverwaltung wusste niemand, um welche Dokumente es sich handelt. "Die Stücke waren nach Auskunft der Sparkassenmitarbeiterin verpackt und mit Bindfaden und Siegelwachs verschlossen", erzählt die zunächst ebenfalls ahnungslose stellvertretende Bürgermeisterin Annette Kork.

Als das geheimnisvolle Siegel bei der Übergabe des Paketes gebrochen wurde, war die Überraschung groß: Unter dem alten Packpapier kamen tatsächlich die ledergebundenen Originale der Hohnstorfer Chronik zum Vorschein. "Sie wurde bis etwa 1970 geführt und ist dann vielleicht aus Angst vor Verlust der Sparkasse anvertraut worden", vermutet Feit. Irgendwann kam dann das Gerücht auf, die unvollständigen Kopien im Gemeindearchiv seien die einzigen Fragmente der bei einem Brand vernichteten Hohnstorfer Chronik.

Die beiden Lederumschläge der nun aufgetauchten Bände stammen aus den 30er-Jahren. Entsprechend findet sich auf dem Einband neben anderen Symbolen, auch das Hakenkreuz. "Leider verrät uns die Chronik jedoch kaum etwas aus dieser Zeit", so Hobby-Historiker Feit. Er geht davon aus, dass dieses Kapitel bei Kriegsende ausgeheftet und vernichtet wurde.

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