Irritationen

Wohnpark Weingarten: Jetzt werden die Karten neu gemischt

Lauenburg. Eigentlich sollte in diesem Monat der symbolische "erste Spatenstich" gefeiert werden. Doch auf dem Grundstück des ehemaligen Bauunternehmens Schmidt am Weingarten gibt es bisher keinerlei sichtbare Aktivitäten.

Wie berichtet will der Kieler Unternehmensentwickler Wolf Buchholz hier einen "Wohnpark der Generationen" mit insgesamt 24 Eigentumswohnungen in vier Doppelhäusern errichten. Baubeginn sollte Ende dieses Jahres sein.

"Es gab Irritationen beim Ankauf des Grundstückes", deutet Buchholz die Ursache für die ins Stocken geratene Planung an. Nach Informationen unserer Zeitung hatte der Eigentümer parallel Verhandlungen mit anderen Investoren aufgenommen, die auf dem etwa 2600 Quadratmeter großen Grundstück in bester Innenstadtlage vier Einfamilienhäuser errichten wollten. Diese Idee stieß allerdings bei der Stadt auf wenig Begeisterung. "Wir wünschen uns in dieser zentralen, aber ruhigen Lage eine attraktive, verdichtete Wohnbebauung", so Bürgermeister Andreas Thiede. Grund genug, mit Zustimmung der Politik in letzter Minute die Reißleine zu ziehen und das Grundstück selbst zu erwerben. Welchen Kaufpreis die Stadt dafür gezahlt hat, will Thiede allerdings nicht sagen.

Klar ist dagegen: Das Areal soll nun an einen Bauträger weiter veräußert werden, dessen Pläne den erklärten städtebaulichen Zielen entsprechen. Noch bis zum 19. Dezember können zahlungskräftige Investoren bei der Stadt ihre Angebote für das voll erschlossene Grundstück einreichen. "Wir erwarten einen Vertragsabschluss noch in diesem Jahr. Baubeginn soll dann spätestens 2014 sein", formuliert Thiede das ehrgeizige Ziel. Sorge, dass die Stadt auf der Fläche sitzen bleibt, hat der Verwaltungschef nicht: "Wir sind bereits mit einigen ernst zu nehmenden Interessenten im Gespräch", versichert er.

Auch Wolf Buchholz hat seine Pläne noch nicht in der Schublade verschwinden lassen. Im Gegenteil: Die von ihm eigens gegründete "Bauen und Wohnen GbR" hat bei der Stadt bereits erneut Interesse bekundet, das nunmehr kommunale Grundstück zu erwerben. "Unser Projekt des 'Wohnparks für Generationen' ist inzwischen so ausgereift, dass wir unserer Bewerbung ein aussagefähiges Exposé beilegen konnten", so der Unternehmer. Dabei hofft er, mit einem weiteren Argument punkten zu können: "Wir planen, unser Bauvorhaben vorzugsweise mit Handwerksbetrieben aus dem Kreis errichten zu lassen." Der Grund, sich trotz des unerwarteten Rückschlages weiter in Lauenburg zu engagieren, liegt für den 67-jährigen Geschäftsmann auf der Hand: "Nachdem wir unsere Vision von einem Wohnprojekt für Jung und Alt erstmals vorgestellt hatten, stand unser Telefon nicht mehr still. Wir hätten aus dem Stand für einen Großteil der Wohnungen Vorverträge abschließen können."

Mit Hinweis auf das laufende Bewerbungsverfahren hält sich Thiede bedeckt, wie realistisch die Chance für dieses Wohnprojekt tatsächlich noch ist. Und auch welche weiteren Interessenbekundungen bereits im Rennen sind, will Lauenburgs Verwaltungschef nicht sagen. Eines geht aus den Ausschreibungsunterlagen der Stadt aber klar hervor: Nicht zwingend das höchste Kaufangebot soll den Zuschlag für das städtebauliche "Filetstück" bekommen, sondern vor allem die geplante Nutzungsabsicht.