Jubiläum

Mit Kuchen, Kaffee und Scholle zum Traditionslokal

Lauenburg (pas). Angefangen hatte es mit einem kleinen, reetgedeckten Café mit Elbblick. Heute gibt es im Restaurant Zum Halbmond auch Herzhaftes, und der Ort hat sich zu einer der bekanntesten Gaststätten Lauenburgs gemausert.

Eigentümer Friedrich Stahlbock (64) war von Anfang an dabei. Seine Eltern kamen von Hitzacker nach Lauenburg, um hier vor 60 Jahren, 1952, ein kleines Café zu eröffnen. "Ich kann mich noch daran erinnern, dass das Haus damals kaputt geschossen war und Flüchtlinge drinnen gewohnt haben", erzählt Stahlbock. Gekocht wurde auf einem Kohleherd im Keller. "Ich und meine Schwester haben viel draußen gespielt. Bloß vor den Blindgängern mussten wir uns in Acht nehmen", sagt er.

Das neu eröffnete Café sprach sich schnell herum in der Schifferstadt. "Damals gab es auf den Dörfern noch keine Hofcafés, da sind am Wochenende viele gekommen", erinnert sich Stahlbock. Auch über Lauenburg hinaus war der Halbmond bekannt. Sogar prominente Politiker wie Willy Brandt und Uwe Barschel kehrten hier schon ein.

Außerdem lag der Halbmond an der Straße, die Transitreisede, die in die DDR wollten, nutzen. Viele machten auf dem Hin- oder Rückweg hier Rast.

Auch viele Touristen, die sich Lauenburg ansehen wollten, hielten an. "Früher haben viele Touristen aus Dänemark und Holland im Garten gezeltet", so Stahlbock. Seinen Eltern wurde klar: Hier steckt mehr Potenzial drinnen. 1970 bauten sie ein Hotel an. Auch der Saal wurde um-, ein Wintergarten angebaut, es entstanden ein Clubraum und eine Kegelbahn. So wurde aus dem Kleinen Café in der reetgedeckten Kate das Hotel/Restaurant Zum Halbmond, mit Platz für etwa 200 Leute.

1970 übernahm Friedrich Stahlbock das Restaurant, seit 2006 hat er es an Bernd Tofelde (49) verpachtet.

Auf der Speisekarte stehen schon lange nicht mehr nur Kaffee und Kuchen. "Wir sind bekannt für unsere regionaltypischen Gerichte", so Pächter Bernd Tofelde. Gans, Steak und Scholle liefen bei Stahlbocks Eltern genauso gut wie heute. Auch die selbst gebackenen Torten des Hauses sind ein Dauerbrenner.

Radler des Elberadwegs übernachten heute gerne im Hotel. "Und Wir haben sogar Gäste, die extra aus Braunschweig, Hannover oder Kiel kommen", so Tofelde.