Bündnisgrüne

Fischer fordert den Rücktritt von Bunzel

Lauenburg. Eigentlich verfolgen die beiden grünen Stadtvertreter Niclas Fischer und Katharina Bunzel das gleiche Ziel. Beide wollen verhindern, dass die 280 Jahre alte Stieleiche auf dem Gelände der City-Passage an der Hamburger Straße für die Zufahrt zu einer geplanten zehn Millionen Euro teuren behindertengerechten Wohnanlage geopfert wird.

Und doch kämpfen die beiden Kommunalpolitiker auf unterschiedlichen Ebenen. Fischer suchte als Stadtvertreter den Weg über die Öffentlichkeit und kritisierte, dass sich eine verfehlte Stadtplanung dem Investorenvorhaben unterordne und der in einem Baumgutachten vom November 2011 als "unbedingt erhaltenswürdig" eingestufte Baum einfach abgeholzt werden soll.

Bunzel dagegen schloss sich der Initiative des grünen Ortsverbandes an, der 400 Unterschriften für den Erhalt der Eiche sammelte. Sie sollen heute um 13 Uhr an Bauamtsleiter Reinhard Nieberg übergeben werden.

Fischer, seit der Auflösung der gemeinsamen Fraktion durch Bunzel vor einem Jahr Einzelkämpfer im Parlament, fühlt sich jetzt vom Ortsverband "massiv in meiner freien und unabhängigen Mandatswahrnehmung" behindert. Grund ist ein Schreiben der Partei, in der er aufgefordert wird, seine Aktivitäten in Zukunft vorab mit dem Ortsverband abzustimmen. Als Drahtzieherin vermutet er "Kollegin" Bunzel: "Abgesehen davon, dass dieses Ansinnen gegen die in der Gemeindeordnung verankerte freie und parteiunabhängige Mandatsausübung verstößt, so widerspricht dieser Affront jeglichem Verständnis von Basisdemokratie und Minderheitenschutz."

Mit der Fraktionsauflösung habe Bunzel den Grünen sämtliche parlamentarischen Gestaltungsmöglichkeiten genommen. "Jetzt versuchen die Grünen um Frau Bunzel in einer unerträglichen Art und Weise ihr eigenes Fehlverhalten durch fundamentalistisches unpolitisches Agieren zu verschleiern", wettert Fischer. Und er legt nach: "Frau Bunzel hat ihre Verantwortung für die politische Bedeutungslosigkeit der Partei erkannt und versucht jetzt den Ortsverband als Ersatzfraktion zu installieren. Sie sollte lieber die Konsequenz aus ihrem katastrophalen Handeln ziehen und zurücktreten."