Stadtvertretung

Politik dringt auf Hochwasserschutz

Lauenburg. Das Szenario ist denkbar: Während die Bewohner der Lauenburger Altstadt zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern versuchen, ihr Hab und Gut vor einem Hochwasser zu schützen, drückt gleichzeitig eine Sturmflut von der Nordsee neue Wassermassen in die Elbe, die das schnelle Abfließen des Lauenburg bedrohenden Hochwassers verhindern, es sogar weiter ansteigen lassen.

Die Bewohner des Stadtdenkmals Lauenburger Altstadt wären einem Horror-Szenario hilflos ausgeliefert.

Dieser ständigen Bedrohung soll die Stadtvertretung in ihrer Sitzung am Mittwoch, 14. November, von 19 Uhr in der Heinrich-Osterwold-Halle mit einem Antrag entgegenwirken. Die CDU fordert darin, dass Lauenburg in den "Generalplan Küstenschutz/Hochwasserschutz" des Landes Schleswig-Holstein aufgenommen wird. 60 Millionen Euro gibt das Land jährlich für den Küstenschutz an Nord- und Ostsee sowie an der Unterelbe aus. Lauenburg wurde bisher nur minimal berücksichtigt, weil alles, was östlich des Geesthachter Stauwehrs liegt, nach Einschätzung der Behörden nicht als Sturmflutgebiet gilt.

"Das ist Quatsch, bisher hatten wir bei Hochwassern nur immer das Glück, dass es zeitgleich keine Sturmflut gab. Sollte dieser Fall eintreten, gibt es keine freien Spitzen mehr, um massive Überschwemmungen zu verhindern", sagt auch Wolfgang Genczik, Vorsteher des für Lauenburg zuständigen Wasser- und Bodenverbandes.

Die CDU fordert daher, mit Geld aus dem Generalplan die Elbuferpromenade auf ein Niveau zu bringen, das bei durchschnittlichem Hochwasser keinen besonderen Einsatz erfordert. Sollte der Pegel deutlich höher ansteigen als normal, müsse die Altstadt durch mobile Wände wie an der Palmschleuse gegen die aus Osten anrollenden Wassermassen geschützt werden.

Noch nicht unter Dach und Fach ist der geplante Tagesordnungspunkt "Teilhabe am Konsolidierungsprogramm des Landes Schleswig-Holstein". Gestern reiste eine Delegation der Stadt zu einem Gespräch im Innenministerium. Erreicht werden sollte, dass das Land die individuelle Lage der Stadt im Drei-Länder-Eck anerkennt und die vorgegebenen Spar-Richtlinien auf die finanziellen Möglichkeiten der Elbestadt zuschneidet.

Gespart werden soll aber in jedem Fall, auch auf Kosten der Bürger. Aktuell trifft es die rund 700 gemeldeten Hundebesitzer, deren Steuerbeiträge um zehn Euro pro Jahr angehoben werden sollen.