Kleintierzüchter

Erst die Hühner, dann das Frühstück

Lauenburg (du). Fabriken mit Massentierhaltung sind in der Geflügelhaltung eine gängige Methode, preisgünstig und trotzdem effizient Fleisch und Eier zu produzieren.

Eine Vorgehensweise, der kleine Züchter mit Abscheu und Entsetzen begegnen.

Werner Schnasse züchtet seit zehn Jahren Zwergniederrheiner und Zwergwelsumer. "Unsere Tochter hat mir dieses Hobby verpasst. "Sie wünschte sich damals Hühner als Haustiere. Für mich kam nur eine Haltung in Frage, die so artgerecht wie möglich ist. Hühner müssen sich bewegen und auf freier Fläche scharren können", sagt er. Den Freilandauslauf seiner 70 Hühner hat er zum Teil wegen der Vogelgrippe, aber auch, um die "räuberische Luftwaffe" vom Diebstahl seines Geflügels abzuhalten, mit einem großen Netz überspannt. Abends hat das Hühnervolk Schlafstellen im Stall.

Hühnerhaltung wie Werner Schnasse sie betreibt, macht natürlich viel Arbeit. Seine Frau ist manchmal schon eifersüchtig. Gemeinsames Frühstück gibt's erst, wenn die Hühner versorgt sind. Dafür hat die Familie aber auch Eier und Fleisch von Tieren, die nicht aus Profitgier gequält werden. Auch bei Ausstellungen, wie jetzt bei der Schau vom Kleintierzuchtverein Lauenburg, nimmt der erfolgreiche Züchter Rücksicht auf seine Tiere. "Vierzehn Tage müssen schon zwischen den Ausstellungen liegen, sonst ist der Stress zu groß", sagt er. Immer wieder hat er Tiere im Bestand, die ihm besonders ans Herz gewachsen sind. "Gundula", seine neunjährige Mischlingshenne, ist die Chefin auf dem Hühnerhof und soll eines natürlichen Todes sterben. Auch "Jümmer", ein besonders schicker Hahn, den er sich aus Ostfriesland geholt hat, bekommt das Gnadenbrot. "Mit fünf Jahren ist er sowieso zu alt für den Suppentopf", schmunzelt der Züchter.