Ausstellung

Als Marodeure Schrecken verbreiteten

Lauenburg (per). Einem besonderen Kapitel der Heimatgeschichte ist die Ausstellung "Marodeure im Lauenburger Land - Der Dreißigjährige Krieg in der Heimat" gewidmet, die heute um 19.30 Uhr in der Jugendherberge "Zündholzfabrik (Elbstraße 2) eröffnet wird.

Es waren grausame Zeiten, die Jahre zwischen 1618 und 1648. Auch Lauenburg wurde in unregelmäßigen Abständen von Truppen überrannt. Zu zwei Zeitpunkten erreichte der Dreißigjährige Krieg in massiver Form das Herzogtum: In den Jahren 1627/28 während des dänisch-niedersächsischen und in den Jahren 1643/44 im Rahmen des schwedisch-französischen Krieges. Als Folge überfluteten erst protestantische und dann kaiserliche (katholische) Truppen den Elberaum. Sie brachten viel Leid und Zerstörung über Lauenburg. Marodeure verbreiteten unter den Bürgern Angst und Schrecken: Sie plünderten, raubten, vergewaltigten und mordeten. Eine der schillerndsten Figuren des Dreißigjährigen Krieges war Herzog Franz Albrecht von Sachsen-Lauenburg. Er diente in dieser Zeit verschiedenen Herrschaften. In einem Gefecht mit General Torstenson bei Schweidnitz wurde er schwer verwundet und geriet in Gefangenschaft, in der er am 10. Juni 1642 starb. Sein Söldnerleben zeigt vor allem eins: Loyalität galt nur dem eigenen Vorteil. Franz Albrecht tritt in Friedrich Schillers Drama "Wallenstein" übrigens als die finstere Figur "Der Lauenburger" auf.

Die Ausstellung des Heimatbund und Geschichtsvereins sowie des Stadtarchivs Lauenburg zeigt neben allgemeinen Informationen Dokumente über den Kriegsablauf. Darüber hinaus präsentiert die Schau, die bis zum 9. November täglich von 8 bis 21 Uhr geöffnet ist, zeitgenössische Waffen sowie Flugblätter.