Städtepartnerschaft

Thiede nutzt seine Kontakte zu China

Lauenburg. Bürgermeister Andreas Thiede muss schon wieder Koffer packen: Am kommenden Dienstag fliegt er mit einer insgesamt 15 Teilnehmer starken Delegation aus Lauenburg und Schwarzenbek in die chinesische Stadt Luoyang.

Von Lauenburger Seite mit dabei: Thiedes Sekretärin Jutta Thiess, Stadtkämmerer Thomas Burmester und Bürgervorsteher Andreas Lojek.

Mit großen Hoffnungen dürften auch die fünf Vertreter der Lauenburger Wirtschaft in die Flieger steigen, denn seit Mitte April dieses Jahres gibt es eine offizielle Vereinbarung zwischen der chinesischen Industriestadt mit 6,5 Millionen Einwohnern und der kleinen Stadt an der Elbe: Beide Städte verpflichten sich darin zur Zusammenarbeit auf wirtschaftlicher und kultureller Ebene. "Unsere Lage in der Metropolregion Hamburg ist für die Chinesen überaus interessant", weiß Thiede, dämpft aber überzogene Erwartungen: "Dies ist kein Vertrag, sondern eine Eintrittskarte in das chinesische Wirtschaftsgeflecht."

Überhaupt sei er vorsichtig geworden mit der Ankündigung chinesischer Großprojekte, sagt er in Anspielung auf das in Schwarzenbek bisher nicht auf den Weg gebrachte 50-Millionen-Projekt des Unternehmers Zhonghui Zhu. Thiede zweifelt jedoch nicht an den Investitionsabsichten des Unternehmers, sondern beklagt unter anderem die deutsche Bürokratie der Visa-Erteilung. "Die Ehefrau von Zhonghui Zhu hat lange kein Visum erhalten. Die gleichen Steine werden chinesischen Unternehmern in den Weg gelegt", so seine Erfahrung. Dennoch habe er sich von dem Schwarzenbeker Projekt, das er als Wirtschaftsförderer auf den Weg gebracht hatte, nicht verabschiedet - man müsse nur einen längeren Atem haben, als ursprünglich gedacht.

Zwar sei sein Bestreben immer noch, heimische Gewerbeflächen an den chinesischen Unternehmer zu bringen, Wirtschaftsbeziehungen funktionieren aber auch in umgekehrter Richtung. "Es gibt bereits gewinnbringende Kontakte zwischen chinesischen und Lauenburger Unternehmen", so Thiede.

Die fünf Wirtschaftsvertreter greifen übrigens für ihren Flug nach China selbst in die Tasche. Die übrigen Mitglieder der Lauenburger Delegation reisen auf Kosten der Stadt, bezahlt aus dem Topf für Wirtschaftsförderung.