Touristenattraktion

Findorff-Museum droht die Schließung

Lauenburg. Wenn kein Wunder passiert, ist Lauenburg bald um eine beliebte Touristenattraktion ärmer: Das bekannte "Findorff-Haus" am Hohlen Weg steht zum Verkauf.

Hanna Lehmbeck, die viele Dokumente aus dem Leben der berühmten Lauenburger Brüder Findorff zusammengetragen hat, muss sich aus gesundheitlichen Gründen von dem liebevoll sanierten Fachwerkhaus trennen. Dass ein neuer Eigentümer die Museumseinrichtung übernimmt und weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich macht, scheint unwahrscheinlich.

"Lauenburg hat seinerzeit schon die Einrichtung der 'Alten Rathsapotheke' an eine andere Stadt verloren, das darf sich mit dem Findorff-Museum nicht wiederholen", warnt Immobilienmaklerin Heike Maurer. Sie verhandelt derzeit mit mehreren Interessenten über den Verkauf des Hauses, das auf einer Internetplattform zum Preis von 149 000 Euro angeboten wird. Im Falle des "Findorff-Hauses" hofft die Maklerin auch im Sinne der Eigentümerin zwar auf schnellen Vermarktungserfolg, weiß aber auch, dass das Herz ihrer Auftraggeberin vor allem an der wertvollen Ausstellung hängt. Seit 1993 ist Hanna Lehmbeck über die Stadtgrenzen hinaus dafür bekannt, dass sie viele Geschichten aus dem Leben der 1720 und 1722 geborenen Gebrüder Findorff erzählen kann. Der Hannoversche Moorkommissar Jürgen-Christian Findorff und der Kunstmaler Johann-Dietrich Findorff sind nach dem Besuch des kleinen Museums bei vielen Gästen der Stadt untrennbar mit Lauenburg verbunden.

Horst Eggert vom Heimatbund und Geschichtsverein sieht dem Schicksal des "Findorff-Hauses" mit Sorge entgegen. "Wir müssen auf jeden Fall eine Ausstellungsfläche finden, die den wertvollen Ausstellungsstücken gerecht wird. Derzeit geht er fast jeden Tag bei Privatpersonen oder Lauenburger Einrichtungen "Klinken putzen", um einen geeigneten Platz zu finden. Eggert hofft darauf, dass sich die Stadt in die Suche nach einem neuen Domizil für das kleine Museum einbringt und auch eventuell anfallende Mietkosten zumindest anteilmäßig übernimmt. "Wir haben mit dem Findorff-Museum einen Schatz, um den uns andere Städte beneiden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lauenburg diesen freiwillig aus den Händen gibt."

Bürgermeister Andreas Thiede hat zurzeit keine Lösung parat, diesen "Schatz" zu retten. Insbesondere vor dem Hintergrund der klammen Haushaltskasse der Stadt seien die derzeitigen Möglichkeiten begrenzt. "Ich halte aber die Ohren offen, vielleicht hilft uns ja der Zufall weiter", so der Verwaltungschef.