Weihnachtsmarkt

Heino Kruse wirft das Handtuch

Lauenburg. "Das ist nicht mehr mein Laden", sagt Heino Kruse - und hat die Konsequenzen gezogen. Gestern Abend erklärte der 62-jährige Chef der Wirtschaftlichen Vereinigung Lauenburg dem Vorstand seinen Rücktritt und kündigte gleichzeitig seine Mitgliedschaft in der WVL auf.

Kruse reagierte damit auf den von ihm heftig kritisierten Vorstandsbeschluss, den Weihnachtsmarkt von der Altstadt zum Schlossplatz zu verlegen. Und er trennt sich nicht im Guten von der WVL: "Da haben einige Vorstandsmitglieder ihr persönliches Interesse und ihre eigene Geschäftsidee in den Vordergrund gestellt."

"Ohne Grund zerschlägt der Vorstand gewachsene Strukturen." Heino Kruse

Kruse hegt zudem Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Beschlusses und klärt über Hintergründe auf: "Der Vorstand hatte eigentlich mit Bürgermeister Thiede über die Unzufriedenheit der WVL mit der weiteren Schwächung der Innenstadt durch die geplante Ansiedlung eines Elektromarktes auf dem Famila-Gelände sprechen wollen. Herr Thiede lenkte das Gespräch dann aber sehr geschickt auf den Weihnachtsmarkt und unterbreitete seinen Vorschlag, die Veranstaltung zum Schloss zu verlegen. Ich habe die Meinung des Vorstandes einholen wollen und abstimmen lassen. Das Ergebnis mit zehn Befürworter-Stimmen bei zwei Enthaltungen von Brigitte Refflinghaus und mir hat mich überrascht. Es ging bei der Abstimmung aber nur um das Meinungsbild. Das Ergebnis wurde dann aber auch von Bürgermeister Thiede als gültiger Beschluss gewertet."

Kruse räumt ein, das der Weihnachtsmarkt in der Altstadt in den vergangenen Jahren an Attraktivität verloren hat. Das liege zum einen an Konkurrenz-Veranstaltungen in der Umgebung, zum anderen aber auch am bescheidenen, teilweise wenig weihnachtlichen Sortiment der Marktbeschicker.

"Daran hätte man arbeiten können", sagt der ehemalige WVL-Chef, "der Vorstand hat sich aber entschieden, auf die romantische Kulisse, die unsere Altstadt bietet und um die uns anderen Städte beneiden, zu verzichten. Das kann ich nicht mehr mittragen. Die jungen Leute im Vorstand wollen das Rad neu erfinden und verzichten freiwillig auf Bewährtes und Traditionelles. Sie merken nicht, dass sie ohne Grund gewachsene Strukturen zerschlagen."

Verärgert ist er auch über die ablehnende Reaktion der Vorstandsmitglieder auf seinen Kompromiss-Vorschlag, vor einer endgültigen Entscheidung das Gespräch mit den betroffenen Gastwirten der Altstadt zu suchen: "Die haben mich angesehen, als hätte ich jedem von ihnen das Pausenbrot gestohlen."