Elbstraße

Mühsamer Kampf gegen die Flammen im Dachstuhl

Lauenburg (tja). Nicht auszudenken, wenn dieses Feuer weiter westlich ausgebrochen wäre: Dachdecker, die wohl unvorsichtig mit einem Gasbrenner hantiert hatten, lösten gestern einen Großeinsatz der Feuerwehr an der Elbstraße und auf dem Lösch- und Ladeplatz aus.

"Die Lage des Hauses hatte für uns den Vorteil, dass wir von beiden Seiten arbeiten konnten. Weiter elbabwärts wären wir wegen der Elbe nur von der Straße an das Dach gelangt", sagte Einsatzleiter Lars Heuer. Weiterer Vorteil: Auf beiden Seiten des Hauses gibt es Wege, so dass die Bebauung unterbrochen ist. So konnte ein Übergreifen auf angrenzende Gebäude verhindert werden. Dennoch ist der Sachschaden hoch.

Gegen 13 Uhr hatte die Leitstelle zunächst Lauenburgs Feuerwehr alarmiert, da brannte es in Hohlräumen im Dach. Die Handwerker hatten das Feuer bemerkt und den Notruf gewählt. Schnell forderte Heuer dann Verstärkung nach, unter anderem aus den umliegenden Dörfern, aber auch aus Geesthacht, Schwarzenbek und Boizenburg.

"Das Problem im Giebelbereich war, dass das Dach frisch saniert ist. Die modernen Baumaterialien waren uns beim Löschen im Weg, so dass sich die Flammen in den Zwischenräumen und in den Balkenlagen ausbreiten konnte", sagte Heuer. Mühsam mussten die Feuerwehrleute das Dach von innen und außen aufsägen. Sie setzten vier Wärmebildkameras ein, um die heißen Stellen im Dach lokalisieren zu können. Von der Elbstraße aus und vom Lösch- und Ladeplatz her kamen zwei Drehleitern zum Einsatz.

Wegen der starken Rauchentwicklung mussten die Feuerwehrleute Atemschutzgeräte tragen, so dass dafür viel Personal benötigt wurde. Die Polizei sperrte die Einsatzstelle und die Elbstraße ab.

Die Bewohner des historischen Fachwerkhauses, das Architekten- und Künstlerpaar Thomas und Svea H., waren erst vor zwei Jahren in die Elbstraße gezogen. Seit dem hatten sie das Haus aufwendig saniert. "Da blutet einem das Herz, wenn man das sieht, sagte Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. Auch Bürgermeister Andreas Thiede verschaffte sich vor Ort einen Eindruck. Thiede: "Dieser Einsatz zeigt, wie wichtig es ist, dass unsere Wehren gut ausgerüstet sind. Ohne eine vernünftige Technik kann man bei so einem Brand nicht viel retten."

Den mehr als 100 Feuerwehrleuten gelang es schließlich nach drei Stunden, das Feuer unter Kontrolle zu bringen und weitestgehend abzulöschen. Nachlöscharbeiten zogen sich bis zum Abend.