Lauenburger Gefecht

Historie begeistert auch die Jugend

Lauenburg. Wenn Jörg Buntrock zur Arbeit geht, dann verkauft der 53-Jährige als Handelsvertreter Werkzeuge.

Doch nach Feierabend schlüpft der Hamburger, der Vorsitzender des Vereins "Napoleonik e. V." ist, nur allzu gerne in seine Uniform und stellt die Gefechte gegen die französischen Truppen von Napoleon nach. So wie am Wochenende in Lauenburg. Im Fürstengarten und in der Altstadt versammelten sich 50 Anhänger des Widerstands gegen Napoleon, um an das "Lauenburger Gefecht" von 1813 zu erinnern. Vor genau 199 Jahren hatten Freiwillige Napoleons Truppen so sehr aufgehalten, dass diese später eine Niederlage einstecken mussten und Deutschland befreit werden konnte.

"Es ist zwar mühsam, sich so stilecht und zeitgemäß wie möglich zu verhalten, aber das Lagerleben macht großen Spaß und die Kameradschaft in der Truppe ist toll", begründet Buntrock sein Engagement. Selbst Jugendliche wie Nele Winterberg begeistern sich für die Zeit von vor 200 Jahren. "Es ist alles ein bisschen einfacher, aber es macht mir großen Spaß", sagte die 14-Jährige aus Lüneburg. Ihr Rudertrainer hatte die Schülerin für das Biwak begeistert. So lebten die Gäste im Fürstengarten in Zelten, schliefen auf Stroh und kochten an der Feuerstelle. "Wenn man an so einer Gefechtsdarstellung teilgenommen hat, dann weiß man, unter welchen Mühen seinerzeit für die Freiheit und gegen die Unterdrückung gekämpft wurde", berichtet Janosch Gärtner. Der Auszubildende aus Reppenstedt ist durch einen Freund zu den Gefechts-Darstellern gekommen. "Es ist ordentlich warm in der Uniform, aber die zu tragen ist auch etwas ganz Besonderes", sagte er. Außer in Lauenburg sind die Darsteller oft auch an anderen historischen Schauplätzen zu Gast.

"Im Lager im Fürstengarten herrscht eine gute Stimmung", sagte Dr. Carsten Walczok. Der Historiker übernahm am Wochenende die Erklärungen. Walczok: "Wir wollen den Zuschauern nicht nur zeigen, wie man damals gelebt hat, sondern ihnen auch erklären, wer welche Aufgabe hatte." Statt des großen Gefechts vor den Toren der Stadt gab es mangels Darstellern eine Schauvorführung mit entsprechenden Erklärungen im Fürstengarten. Mehr als 200 Menschen schauten Sonnabend dabei zu. Sie erfuhren etwas über die Art der Geschütze und die Aufgaben der Trommler auf dem Schlachtfeld.