Haus der Generationen

Nach langer Planung rückt der Bau des Gemeindezentrums näher

Lauenburg. Der seit Jahren geplante Um- und Ausbau des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses an der Dresdener Straße der evangelischen Kirchengemeinde Lauenburg zu einem barrierefreien Mehrgenerationenhaus mit Gemeindezentrum und Kindergarten wird konkret.

In einer Gemeindeversammlung, die am Mittwoch, 22. August, um 19.30 Uhr im Bonhoeffer-Haus beginnt, soll das Vorhaben "Haus der Generationen" vorgestellt werden. Der Gemeinde werden sich dabei mit den Hamburger Architekten Robert Heinicke und Nisse Gerster neue Gesprächspartner präsentieren, der Lübecker Architekt Rolf Kuhfeldt ist aus dem Rennen. "Wir wollen unbedingt ein Haus mit energiesparender Passivbauweise haben. Da sich das Lübecker Büro damit überfordert fühlte, haben wir uns für einen Architektenwechsel entschieden", begründet Kirchenvorsteherin Regina Szymanski den Beschluss. Ausschlaggebend war die Besichtigung eines Hortes in Rissen, der von Heinicke/Gerster geplant worden war. Szymanski: "Wir waren begeistert."

Kernstück des neuen Gebäudes auf dem Grundstück im Dreieck Dresdener Straße, Kolberger Straße und Baltische Straße soll der zweigeschossige Kindergarten werden - mit 60 Plätzen in einer Krippen-, einer Regel-, einer Integrations- und einer Familiengruppe. Die bisherigen Hortplätze in den Kindergärten am Graf-Bernhard-Ring und an der Rosenstraße werden - wie berichtet - wegfallen. Der Verkauf der beiden Häuser soll zur Finanzierung des Zwei-Millionen-Euro-Projektes beitragen, ebenso wie die bereits erfolgte Veräußerung des Martin-Luther-Hauses an der Grünstraße sowie beantragte Zuschüsse von Bund, Land und Kreis sowie ein zinsgünstiges Darlehen des Kirchenkreises.

Für Eltern, die Betreuung für ihren Nachwuchs suchen, wird sich die Situation trotz der Schließung der beiden bisherigen kirchlichen Kindergärten nicht verschlechtern, weil auch die Arbeiterwohlfahrt als Träger des neuen Familienzentrums 120 Plätze anbietet und in der Wabe-Einrichtung am Birnenweg 123 Kindergarten-, Hort- und Krippenplätze vorhanden sind. Der Bedarf liegt nach Auskunft der Stadt bei etwa 360 Plätzen, allerdings würden nicht alle Eltern externe Betreuung für ihre Kinder wünschen.

In einem weiteren Trakt will die Kirche die Evangelische Familien-Bildungs-Stätte, das diakonische Angebot sowie die Erziehungs- und Lebensberatungsstelle ansiedeln. Die Schuldnerberatung bleibt allerdings mit ihren Sprechstunden im Gemeindehaus am Hohlen Weg 2.

Regina Szymanski rechnet damit, dass die neuen Architektenpläne die Gemeindeversammlung problemlos passieren werden und 2013 mit dem Bau begonnen werden kann. In einem zweiten Bauabschnitt soll dann das im Januar 1970 eingeweihte Dietrich-Bonhoeffer-Haus zum Passivhaus umgebaut werden. Szymanski: "Die Energiekosten fressen uns auf."