Bürgerinitiativen

Verkehrslärm: BAB und Aal auf einer Spur

Lauenburg. Auf den ersten Blick haben sie nur wenig Berührungspunkte und doch wollen sie jetzt gemeinsame Sache machen: Während die Akteure des Bürgeraktionsbündnisses "Lauenburg reicht's!" (BAB) gegen den zunehmenden Schwerlastverkehr in der Stadt kämpfen, stören sich die Bewohner der Altstadt vor allem an rücksichtslosen Autofahrern, die - allen Verkehrsregeln zum Trotz - über das Kopfsteinpflaster der Elbstraße donnern.

Die Mitglieder des Arbeitskreises Altstadt (Aal) prangern seit Jahren unzureichende Kontrollen an und haben sogar schon eines eigenes Konzept vorgelegt, die Verkehrssituation in den Griff zu bekommen. Genügend ernst genommen fühlen sie sich bisher weder von der Verwaltung, noch von den politischen Gremien der Stadt.

Eine Situation, die Heinz Victor und seine BAB-Mitstreiter aus jahrelanger eigener Erfahrung kennen. "Nur Bitten und an die Vernunft der Politiker zu appellieren, bringt gar nichts. Öffentlichkeitswirksame Aktionen und sich von keinem Entscheidungsträger abwimmeln lassen, ist der einzige Schlüssel zum Erfolg", ist sich Victor sicher. Er ist in den vielen Monaten seiner aktiven BAB-Tätigkeit zum Experten in Sachen Verkehrslärm geworden und weiß daher: "Wenn täglich etwa 1000 Autos in überhöhter Geschwindigkeit über das Kopfsteinpflaster der Elbstraße rasen, ist das eine Lärmbelastung für die Anwohner, die krank machen kann."

Diese Aussage kann Dodo Mayer-Gevert nur bestätigen. Im Auftrag des Arbeitskreises Altstadt hat sie deshalb den Kontakt zum BAB gesucht und ist dort offene Türen eingerannt. "Ich bin beeindruckt, wie professionell die Akteure arbeiten und über welche Kontakte, bis in die Landesregierung hinein, sie inzwischen verfügen", hat sie schon im ersten Gespräch festgestellt.

Fazit des ersten gemeinsamen Abends: Künftig werden sich die beiden Interessenvertretungen im Kampf gegen die Verkehrsbelastung gegenseitig den Rücken stärken. Für Victor eine klare Sache: "Dass die Autofahrer die Elbstraße offensichtlich als Ausweichstrecke nutzen, weil sie die mit Lastern verstopfte Hafenstraße meiden wollen, zeigt doch, wie komplex die Verkehrsproblematik in Lauenburg ist."

Dodo Mayer-Gevert und ihre Mitstreiter überlegen nun, durch welche Aktionen sie sich künftig bei den politischen Entscheidungsträgern in Lauenburg und Kiel Gehör verschaffen können. Eines haben sie inzwischen gelernt: Nur mit einem langen Atem gibt es Aussicht auf Erfolg.