Familienzentrum

Spritze sorgt für Angst und Schrecken

Lauenburg. Der Fund einer Einwegspritze auf dem Spielgelände des Awo-Familienzentrums sorgt derzeit für Angst bei Eltern und Erziehern gleichermaßen.

Gefunden wurde die Spritze, die mit einer Schutzkappe versehen ist, auf der Wiese, wo die Kinder der Kita regelmäßig spielen.

Theoretisch könnte es sich um eine Insulinspritze handeln, die Diabetiker verwenden, so eine Lauenburger Apothekerin. Diese Spritzen seien nicht rezeptpflichtig und in jeder Apotheke frei erhältlich.

"Es hat in letzter Zeit immer wieder Hinweise von Anwohnern gegeben, dass sich nachts Jugendliche auf dem eingezäunten Außenbereich des Familienzentrums aufhalten", räumt die Leiterin des Familienzentrums, Meike Brockmann, ein. Darüber sei der Elternbeirat informiert worden. Auf dem Gelände hätten die Erzieherinnen auch mehrfach Glasscherben gefunden und beim Aufräumen, dann den gefährlichen Fund gemacht. Trotz aller Besorgnis, dass sich die Kinder an der Spritze im schlimmsten Fall hätten infizieren können, hatte sich die Leiterin entschlossen, nicht die Polizei einzuschalten. Sie hielt es für besser, über Lauenburgs Streetworker den Halbwüchsigen alternative Aufenthaltsorte zu zeigen. "Ich möchte keine Hatz auf Jugendliche einleiten, sondern sie und ihre Bedürfnisse ernst nehmen und ihnen zeigen, wo sie mehr Spaß haben können. Aus dem Gelände einer Kindertagesstätte sind sie doch schon lange herausgewachsen", argumentiert Meike Brockmann.

Lauenburgs Polizeichef Karsten Wagner reagierte überrascht, als er durch unsere Zeitung vom mysteriösen Fund auf dem Spielgelände erfuhr. Seiner Meinung nach hätte eine Mitteilung an seine Dienststelle erfolgen müssen. Nicht nur, weil dann mit einem Schnelltest der Inhalt der Spritze hätte geklärt werden können, sondern auch, damit die Beamten künftig ein wachsames Auge auf den Bereich richten können. "Die Gegend um das Familienzentrum war bisher nicht auffällig. Wir werden uns jetzt aber verstärkt darum kümmern", kündigt Wagner an.

Wie die Spritze auf das Gelände kam und wofür sie verwendet wurde, lässt sich nicht mehr klären. "Derartige Ereignisse sollten unverzüglich gemeldet werden", appelliert der Polizeichef eindringlich. Eine Konsequenz der Stadt gibt es bereits: Lauenburgs Streetworker Sven Stroetzel wird nach seinem Sommerurlaub den Bereich um das Familienzentrum zu einem Arbeitsschwerpunkt machen.