Feuer

Bett in Flammen: Mutter rettet ihre vier Kinder

Lauenburg. Haarscharf sind gestern am frühen Morgen vier Kinder und ihre Mutter einem Feuer in ihrem Haus entkommen.

Es war gegen 4.30 Uhr, als Julia S. im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Berliner Straße aufwachte und einen merkwürdigen Geruch wahrnahm. Sie stand auf, schaute nach, und entdeckte im Dachgeschoss des Hauses dichten Qualm. Sofort forderte sie über den Notruf 112 die Feuerwehr an, dann weckte sie ihre schlafenden Kinder und brachte alle in Sicherheit. "Ich bin so froh, dass wir da heil rausgekommen sind", sagte Julia S. an der Einsatzstelle, während sich der Rettungsdienst um die vier Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren kümmerte.

40 Feuerwehrleute, der Rettungsdienst und die Polizei rasten nach dem Alarm zur Berliner Straße. Lars Heuer, der stellvertretende Wehrführer, war zuerst vor Ort. "In unserer Alarmierung hatte es geheißen, es seien Menschenleben in Gefahr. Das bestätigte sich bei der ersten Lageerkundung aber zum Glück nicht", sagt er. So konnten sich die Feuerwehrleute allein auf die Brandbekämpfung konzentrieren. Heuer: "In einem als Kinderzimmer genutzten Raum im Dachgeschoss brannte ein Bett, das Feuer hatte sich auf den Holzfußboden, die Wandvertäfelung und das Mobiliar ausgebreitet."

Während zwei Trupps durch das Treppenhaus zum Löschen ins verqualmte Dach vordrangen, wurde draußen die Drehleiter in Stellung gebracht. "Hätten wir noch Menschen aus dem Haus retten müssen, wäre das ohne eine Drehleiter nichts geworden", berichtet Wehrführer Thomas Burmester.

Zum Glück bekamen die Einsatzkräfte die Flammen im Dachgeschoss schnell unter Kontrolle. Allerdings zogen sich die Nachlöscharbeiten in dem Zimmer hin. "Wir mussten in Wand- und Deckenverkleidungen noch heiße Brandnester aufspüren, sie freilegen und ablöschen", sagt Heuer. Dazu wurden eine Wärmebildkamera und eine Spezialsäge eingesetzt. Verbrannte Gegenstände warfen die Feuerwehrleute zum Ablöschen aus dem Fenster. "Es war ungewöhnlich, dass sich das Feuer vom Bett aus auch nach unten auf den Boden ausgebreitet hat", sagt Heuer. So musste auch der Holzfußboden kontrolliert, geöffnet und abgelöscht werden. Dabei konnte durch den umsichtigen Einsatz ein Wasserschaden in der Wohnung im ersten Obergeschoss verhindert werden, so dass die Frau und ihre vier Kinder vorerst dort leben können. "Wir wollten das Dachgeschoss in dieser Woche renovieren", sagt Julia S.

Während der Löscharbeiten musste die Berliner Straße zwischen Bergstraße und Heideweg eineinhalb Stunden voll gesperrt werden. Während sich Autofahrer durch die engen Wohnstraßen schlängelten, reihten sich einige Lastwagen aneinander, um die Freigabe der Bundesstraße abzuwarten.

Brandursache dürfte ein überhitzter Lichtschlauch sein, der nach Polizeiangaben auf einem Bett lag..