Naturbeobachtung

Haubentaucher - unter Wasser schnell und gefährlich

Lauenburg. "Düker, Düker - die Welt jeht unter": Haubentaucher, knapp kiloschwer, wecken in mir viele Erinnerungen.

Lang, lang ist es her. Wir standen als Zehnjährige am Seeufer, beobachteten die Pose unserer Angel und, weiter entfernt, schwimmende Haubentaucher.

Armeschwingend riefen wir: "Düker, Düker, die Welt jeht unter". Und wir freuten uns, wenn die Vögel ihrem Namen alle Ehre machten und abtauchten. "Ob die uns die Fische wegfressen?" fragte einer. Und ein Kenner antwortete: "Ach was - die schlucken doch nur die Kleinen!"

Und Walter fing wieder mit seinem pfündigen Brassen an, der nach dem Braten mehr Gräten als Fleisch anbot. "Solch' einen großen Brassen fängt der Düker nie", meinte Walter.

Und heute? Haubentaucher, an fast allen Lauenburgischen Seen zu beobachten, sind kaum gefährdet, und ihr Verhalten bietet viel Interessantes. Sie fressen nicht nur kleine Fische, sondern auch Kaulquappen und Frösche.

Schonender Umgang mit dem Nachwuchs, in den ersten Tagen oft kuschelig unter der Flügeldecke der Altvögel getragen.

Bis zu sieben Meter tief können diese Wasservögel tauchen, und sie sind durch kräftige Ruderfüße unheimlich schnell. Was sie an Beute erwischen, lassen sie nicht mehr los; der kräftige Fangschnabel hat scharfe Ränder.

Die Nester aus Wasserpflanzen im Schilfsaum sind bis zu 30 Zentimeter hoch. Drei bis vier Eier werden zwischen Ende April und Juli vom Weibchen und Männchen ausgebrütet.

Der Nachwuchs in den Nestern wird in den Brutpausen (wegen Nahrungssuche) von den Weibchen zum Schutz gegen Krähen und Kornweihen locker mit Pflanzenteilen bedeckt. Abtauchen ist angebracht, sobald sich ein Adler nähert.

Von den Jägern droht keine Gefahr; Haubentaucher sind ganzjährig geschont. Wenn die Gewässer zufrieren und Eis die Tauchjagd unmöglich macht, fliegen einige Haubentaucher an eisfreie Küsten der Nord- und Ostsee.

Verlustreiche Überwinterung auch an schnell fließenden Bächen. So geschickt sich die Haubentaucher auch auf und unter Wasser bewegen, so wenig sind ihre Schwimmfüße zum Landgang geeignet. Sie sind kaum gehfähig.

Keine Gefahr unter Wasser? Einen solchen Zustand gibt es in der Natur kaum. Große Hechte mit spitzbezähnten Rachen schlucken zuweilen Haubentaucher-Küken. Wenn für Beobachter auf den Seen keine anderen Wasservögel zu sehen sind, bietet sich doch fast immer die Möglichkeit, Haubentaucher zu erspähen. Und wir rufen aus alter Gewohnheit, leicht verändert optimistisch: "Düker, Düker, die Welt jeht nicht unter".