Personalmangel

Technisches Hilfswerk braucht Hilfe

Lauenburg. Das Technische Hilfswerk (THW) steht im Dienst des Bevölkerungsschutzes und deckt, neben Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen, mit seinen 668 Ortsverbänden einen Teil des Hilfeleitungssystems in Deutschland ab, schreibt ihr Präsident Albrecht Broemme in einer Broschüre des THW.

Doch die Helfer plagen Sorgen: Mit Ende der Wehrpflicht fehlen den Ortsverbänden zunehmend junge Männer, die Ersatzdienst beim THW geleistet haben, statt zur Bundeswehr zu gehen. "Das betrifft auch den Ortsverband Lauenburg, der zurzeit eine Sollstärke von 22 Helfern hat, mit denen zwei Bergungsgruppen und die Fachgruppe Elektroversorgung abgedeckt werden müssen", erläutert der Ortsbeauftragte Werner Hoffmann. Beim 50. Jubiläum im Juni 2003 konnte das THW Lauenburg noch mit einer über 40 Mann starken Einsatztruppe und Reservekräften punkten.

Die Lauenburger waren bei Hochwassereinsätzen in Hamburg, bei der Schneekatastrophe 1979, der Love-Parade in Berlin oder beim Elbhochwasser in Lauenburg im Verbund mit anderen Ortsverbänden, die sich auf den Einsatz von Pumpen spezialisiert haben, eingesetzt. Auch Auslandseinsätze, wie Ende 1999 in Frankreich, als ein Dorf bei dem Wiederaufbau der Stromversorgung Hilfe gebrauchte, gehören zu den Aufgaben der Lauenburger THW-Gruppe.

"Ich bin über den Wehrersatzdienst zum THW gekommen", erzählt Marco Kittendorf. Eigentlich sei er ein reiner Schreibtischtäter, aber nach den damals noch vorgeschriebenen acht Jahren beim THW habe er nicht mehr aufhören mögen. "Hier habe ich die Möglichkeit, meine technischen Interessen in guter Kameradschaft auszuleben und kann da helfen, wo ich gebraucht werde ", begründet er seine Entscheidung. Auch Zugführer André Schult ist über den Ersatzdienst zum THW gekommen. Er erzählt begeistert von dem Wettkampf der Bergungsgruppen, den die Lauenburger mit einem bemerkenswerten ersten Platz gewannen. "Wir mussten einen Tonnensteg über ein kleines Gewässer bauen, um Personen am anderen Ufer zu bergen. Das war eine echte Herausforderung, die unserer ganzes Geschick und den professionellen Umgang mit allen Gerätschaften, die wir in unseren Fahrzeugen mitführen, gefordert hat", so Schult. Er liebt die Herausforderungen, die sein Dienst beim THW immer wieder an ihn stellt, und erzählt stolz, dass es einen Sonderpunkt für die Lauenburger gab, weil sie die persönliche Sicherheit ihrer Gruppenmitglieder in den Vordergrund gestellt haben.

Der Ortsverband des THW trifft sich jeden 2. Sonnabend im Monat von 8.30 bis 20.30 Uhr im Katastrophenschutzzentrum. Jeder, der Interesse hat, ist willkommen.