Behinderte

Vereinsgründung ist auf den Weg gebracht

Lauenburg (bm). 23 Mitglieder der Interessengemeinschaft Behinderter Menschen in Lauenburg (IGBML) haben jetzt per Unterschrift und Abstimmung die von Politik und Verwaltung gewünschte Vereinsgründung auf den Weg gebracht, die dafür nötige Satzung verabschiedet und einen Vorstand gewählt.

Die bisherigen Sprecher stehen weiter an prominenter Position: Vorsitzender bleibt vorläufig Karl-Wilhelm Hinsch, bis er aus gesundheitlichen Gründen mit seiner Familie in den Süden auswandert. Seine Vertreterinnen sind Susanne Salamon und Martina Schröter. Zur Schriftführerin wurde Lisa-Maria Hinsch gewählt. Um die Finanzen kümmert sich künftig Sabine Brüske. Ursula Hayduk und Peter Perthun, beide bereits in Lauenburg ehrenamtlich aktiv, werden die Kassenführung auf Richtigkeit prüfen.

Die nächste Mitgliederversammlung im Spätsommer soll über die jährlichen Beiträge entscheiden, gewünscht sind Beiträge, die auch für finanzschwache Mitglieder tragbar sind. Nach oben wolle man allerdings keine Grenzen setzen: "Wer mehr geben kann, ist immer herzlich willkommen, denn wir sind für die notwendigen Ausgaben wie Büroarbeiten nicht eben üppig ausgestattet", sagte Hinsch. Politik und Verwaltung billigen der IGBML eine jährliche finanzielle Förderung von insgesamt 500 Euro zu. Die Eigenakquise könne mit der Veranstaltung von Flohmärkten verbessert werden, so die Anregung aus der Versammlung am Montagabend.

Überhaupt hatten die Anwesenden an der Frage der Finanzen und der Satzung einige Nüsse zu knacken: "Eine Begleitung der Hilfesuchenden zu allen Terminen ist nicht machbar", bemängelte Katrin Ehbrecht, Bezirksgruppenleiterin des Blinden- und Sehbehindertenvereins im Kreis: "Das ist für einen Verein nicht zu schaffen", berichtete sie aus ihrer Erfahrung. Dem hielt Peter Perthun entgegen, man brauche zunächst Ziele, deren Umsetzung sich im Laufe der Zeit entwickeln müsse. Die Fragen weiterer Mitglieder, ob eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden könne, immerhin sei die Arbeit als Behindertenbeauftragte sehr zeitintensiv, und die Frage, ob der Verein nun mildtätig oder gemeinnützig sei, erhitzte die Gemüter merklich.

Große Einigkeit herrschte allerdings über die Notwendigkeit, sich selbst fortzubilden und mit Vorträgen und Veranstaltungen das öffentliche Interesse für Menschen mit Behinderungen, die bisher nicht im Fokus der Öffentlichkeit standen, zu wecken.

Politische Bildung steht schon in diesem Jahr im Vordergrund der Arbeit des neuen Vereins: Im SPD-Landtagsabgeordneten Olaf Schulze hat die IGBML einen Unterstützer gefunden, der bei einem Ortstermin im Landtag Möglichkeiten zur Beteiligung aufzeigen will und Gespräche mit dem Landesbehindertenbeauftragten vermitteln wird. Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede wird der IGBML die Stadt aus seinem Blickwinkel bei einer Rundfahrt zeigen und dabei Anregungen aus dem Kreis der Betroffenen entgegennehmen.