Osterwold-Halle

Vertrauensbeweis für Andreas Püst

Lauenburg. Die Anspannung im Gesicht von Andreas Püst wich schon kurz nach Beginn der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen, Wirtschaft und Tourismus einem zuversichtlichen Lächeln.

Die beteiligten Lauenburger Politiker hatten schnell signalisiert, dass sie dem Gründer des Theater Lauenburg die Verwaltung und Organisation des Kulturzentrums Heinrich-Osterwold-Halle an der Elbstraße 145 übertragen wollen. Die von der Verwaltung angestrebte Lösung mit einem Hausmeister auf 400-Euro-Basis für die Hallenbetreuung und die Termin-Koordination durch die Stadt war damit vom Tisch.

Schützenhilfe hatte Püst noch kurz vor der Sitzung von Lauenburger Kulturschaffenden erhalten, die Bürgermeister Andreas Thiede in einem Brief klar gemacht hatten, dass sie dem Theatergründer die Kompetenz bescheinigen, eine für alle Seiten befriedigende Organisation der Kulturveranstaltungen in der Osterwold-Halle zu gewährleisten. Gleichzeitig schlugen sie vor, im Vertrag zwischen Stadt und Püst die Einsetzung eines ehrenamtlichen Beirates der Kulturschaffenden festzuschreiben, der die Arbeit von Püst beaufsichtigt und ihn unterstützt.

CDU-Fraktionsvorsitzender Kai Fabian Steffens beantragte dann - unter beifälligem Klopfen der SPD-Vertreter im Ausschuss - die Vergabe an Püst und die schnelle Erarbeitung eines Vertrages, der dann in der August-Sitzung besiegelt werden könne: "Andreas Püst ist absolut geeignet und hat Lauenburg durch seine Theater-Inszenierungen zu überregionaler Bedeutung in der Szene verholfen." Auch Stadtvertreterin Katharina Bunzel, die nach der Fraktionsauflösung der Bündnisgrünen nur noch Rederecht im Ausschuss besitzt, bezeichnete das von Püst vorgelegte Konzept als "stimmig".

Der nach der positiven Bewertung der Arbeit und Planung von Püst zu erwartenden Berufung schob Reinhard Nieberg, Leiter des städtischen Amtes für Bauen und Planung, allerdings einen Riegel vor. Er meldete rechtliche Bedenken an, weil zunächst anderen Bewerbern die Möglichkeit gegeben werden müsse, Einblick in die Informationen über die Vergabe der Hallenorganisation zu nehmen. Der rechtlich einwandfreie Weg: Die Stadt wird erneut ein Interessenbekundungsverfahren einleiten - allerdings mit kurzer Bewerbungsfrist. Nieberg: "Danach steht es dem Ausschuss frei, Herrn Püst mit der Aufgabe zu betrauen."

* Schnell erledigt war auch die Standortsuche für das Schaufelrad des tschechischen Dampfers "Slapy", das Spaziergängern als "maritimer Blickfang" dienen soll. Die Politiker folgten dem Vorschlag, es an der östlichen Einfahrt zum Lösch- und Ladeplatz zu platzieren. Dabei ist allerdings Eile geboten: "Das muss noch im Juni passieren, weil wir den Platz in der Schiffbauhalle für einen Tankerneubau im Auftrag der Dettmer-Reederei benötigen", sagte Ausschussvorsitzender Werner Büker, der im Hauptberuf Betriebsleiter der Hitzler-Werft ist. Die Kosten für den Schwertransport übernimmt "Pro Lauenburg".