Bewerbungsverfahren

Interessengemeinschaft für Behinderte erhält erneut Rückendeckung aus Kiel

Lauenburg (per). Eine Vereinsgründung ist völlig überflüssig und eine zusätzliche Barriere im Bewerbungsverfahren - so hat es Karl-Wilhelm Hinsch jetzt vom stellvertretenden Landesbehindertenbeauftragten Dirk Mitzloff erfahren.

Bemerkenswert: Noch vor der Hauptausschusssitzung, auf der diese neue Hürde vor der "Interessengemeinschaft für Behinderte Menschen in Lauenburg" (IGBML) aufgebaut wurde, habe ein Verwaltungsmitarbeiter von Mitzloff genau die gleiche Auskunft erhalten. Dennoch pochen die Stadt und die Politik bisher darauf, dass die IGBML den Vereinsstatus anstrebt. Wie berichtet, soll angeblich nur so ein rechtlich belastbares Vertragsverhältnis zur künftigen Kontaktstelle für Behinderte möglich werden.

Unverständlich scheint aber in diesem Zusammenhang, warum die Politiker die Aufgaben eines Behindertenbeauftragten zunächst ohne Bedenken in die Hände des Seniorenbeirates legen wollten. Auch diese Interessenvertretung nimmt ihre Aufgaben seit Jahren erfolgreich ohne Vereinsstatus wahr, wollte sich aber nicht mit zusätzlichen Themenfeldern belasten. "Wir werden natürlich über die Vereinsgründung abstimmen", kündigt Karl-Wilhelm Hinsch an, macht aber keinen Hehl daraus, dass er persönlich nichts davon hält. "Ich kann nicht verstehen, warum für uns andere Regeln gelten sollen, als für den Seniorenbeirat", so der IGBML-Sprecher.

* Auf der heutigen Sitzung der Stadtvertreter, ab 19 Uhr in der Heinrich-Osterwold-Halle, Elbstraße 145, steht das Thema "Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung" erneut auf der Tagesordnung.