Umzug

Tourist-Info zieht an den Kirchplatz

Lauenburg. Wenn am 27. August Lauenburgs Tourismusmanagerin Nadja Biebow (33) nach der Geburt ihrer Tochter Ella-Sophie aus dem Mutterschaftsurlaub zurückkehrt, wird sie ihren Arbeitsplatz zunächst noch in der beengten Tourist-Information am Amtsplatz in der Oberstadt vorfinden.

Doch schon eine gute Woche später wird sie zusammen mit ihrer Vertretung Fabienne Gohres (26), die bei der Stadt bleiben wird, und der Auszubildenden Franziska Stein (22) über moderne und helle Räume in der Altstadt verfügen: Lauenburgs Tourist-Info zieht um in die sanierte ehemalige Landessuperintendentur am Kirchplatz 1 - behindertengerecht und mit direkter Verbindung zum Elbschifffahrtsmuseum. Zum "Tag des offenen Denkmals" am 9. September soll alles fertig sein.

"Bis dahin ist aber noch viel zu tun", sagt Marina Penkov (25) aus der Tourist-Info. Sie ist noch an den Umzugsvorbereitungen beteiligt, wird ihn aber nicht mehr mitmachen. Zusammen mit ihrem Freund Nils Meyer-Bothling (28) nutzt sie das "working travel"-Angebot und geht für zwei Jahre nach Australien und Neuseeland. Der Flieger startet am 4. September. Das Geld für Reisen will sie sich zunächst als Erntehelferin und Kellnerin verdienen. Später hofft sie auf einen Job an einer Hotelrezeption, wo die gebürtige Kasachin, die mit acht Jahren nach Deutschland kam, ihre fließenden Deutsch- und Russisch-Kenntnisse einsetzen und ihr Englisch vervollkommnen kann.

Mit dem Umzug erfüllt die Stadt einen lang gehegten Wunsch der Tourismus-Expertinnen: Sie können endlich dort arbeiten, wo die meisten Touristen in Lauenburg anlanden. Vor allem die zunehmende Zahl der Radwanderer, die nach langen Touren "keinen Bock" mehr auf den beschwerlichen Weg in die Oberstadt hatten, findet jetzt direkt am Etappenziel Altstadt einen Anlauf- und Informationspunkt.

"Das Domizil bietet nur Vorteile", freut sich Fabienne Gohres auf ihren neuen Arbeitsplatz: "Wir können endlich eine Gepäckaufbewahrung anbieten, und die Sitzgelegenheiten vor der Tür und in den modernen, zeitgerechten Räumen werden die Aufenthaltsdauer der Gäste bei uns mit Sicherheit verlängern und die Zimmervermittlung effektiver machen. Ein weiterer Vorteil ist der direkteZugang vom Museum. Das wird die Frequenz, die derzeit bei etwa 700 Besuchern im Monat liegt, deutlich steigern."

Touristen, die in der Woche in der Oberstadt ankommen, können sich in Zukunft zusätzlich am Info-Tresen des Bürgeramtes beraten lassen. Erste Adresse wird aber ab September das Haus am Kirchplatz 1 sein. "Kein Problem", sagt Marina Penkov, "jeder Fremde, der nach Lauenburg kommt, will ohnehin in die Altstadt."