Behindertenbeauftragter

Interessengemeinschaft will jetzt auch offiziell die Arbeit aufnehmen

Lauenburg (bm). "Bis zur nächsten Stadtvertretung am 23. Mai werden wir hoffentlich schon mehr wissen. Bis dahin sind wir guter Dinge", informierte Kalli Hinsch, Sprecher der "Interessengemeinschaft für behinderte Menschen in Lauenburg" (IGBML) seine Mitstreiter über den Stand der Dinge.

Bereits am 1. Juni soll der noch von den politischen Gremien zu wählende Behindertenbeauftragte seine Arbeit aufnehmen. Ausgeschlossen ist auch nicht, dass eine Gruppe, in diesem Fall die Interessengemeinschaft, das Amt übernimmt.

"Nach unseren Informationen gab es bis zum Anmeldeschluss nur eine Bewerbung, nämlich unsere", wusste auch Sabine Brüske, Co- Sprecherin zu berichten.

Die IGBML setzt auf konstruktiven Austausch mit der Politik und Verwaltung und hat auch sonst viel vor: Innerhalb weniger Wochen ist aus einem losen Treffen Gleichgesinnter eine Organisation entstanden, die sich vorbereitet, plant und strukturiert, um den behinderten Menschen in Lauenburg eine Stimme zu geben. Mit Flyern, Buttons und Pressearbeit wollen Hinsch und seine mittlerweile mehr als 30-köpfige Crew auch auf Marktständen um weitere Mitglieder werben: "Wir müssen auf uns aufmerksam machen und so die Anliegen unserer Gruppe vortragen", sagt der 50-jährige Contergan-Geschädigte.

Keine Berührungsängste haben die Mitglieder mittlerweile, um sich auch in der Öffentlichkeit "zu outen": "Unser Konzept, das wir der Verwaltung und Politik für unsere Bewerbung vorgelegt haben, ist konsequent an die Bedürfnisse behinderter Menschen angepasst", darüber waren sich alle in der Vorbereitungssitzung einig. Am 12. Mai werden sie es Passanten und Marktbesuchern vorstellen. Eigentlich, so hoffen sie, könne doch nichts mehr schief gehen, damit das Gremium am 1. Juni auch offiziell seine Arbeit aufnehmen kann.