Fahrradmuseum

Echte Raritäten auf zwei Rädern

Lauenburg (bd). Ein 1862 bei der Firma Ernst Schmidt in Bromberg gebautes Hochrad und der Nachbau einer 1817 von Carl Drais entwickelten Laufmaschine sind die Prunkstücke einer neuen Attraktion, mit der Kurt Schlicht und Dieter Henke nicht nur technikinteressierte Touristen begeistern wollen:

Am Sonntag, 6. Mai, wird von 10 bis 16 Uhr das "Lauenburger Fahrradmuseum" im alten E-Werk an der Palmschleuse mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht.

Die Idee spukte den beiden Fahrrad-Enthusiasten, die auch im Lauenburger Team "Equipe Europa" aktiv sind, schon lange im Kopf herum. Schwung kam in die Sache, als sich Leser unserer Zeitung nach einem Aufruf von seit langem nicht mehr genutzten Drahteseln trennten und sie als Grundstock für das Museum spendeten. "Das sind echte Raritäten, zum Teil noch mit Glocken- oder Keillagern. Eines hat sogar eine mit Karbid betriebene Beleuchtung, ein anderes stammt aus China", schwärmen Schlicht und Henke von ihren Schätzen. Auch die Lauenburger Post trennte sich von einem Rad, mit dem einst Briefe ausgefahren wurden - im Gegensatz zu heute noch ohne elektrischen Antrieb.

Die Spenden bereiteten den Museumsgründern aber nicht nur Freude, sondern auch viel Arbeit: "Manche haben 30 Jahre und mehr in irgendwelchen Scheunen oder Kellern herumgestanden und sahen entsprechend aus", erzählen Schlicht und Henke, die pro Rad etwa drei Tage für die Aufarbeitung brauchen.