Auf der Spur der Biber

Geschickter Baumeister fühlt sich wohl an heimischen Gewässern

Witzeeze. Es gibt Anzeichen dafür, dass einige seltene Tiere im Lauenburgischen wieder bessere Überlebensbedingungen vorfinden, dazu zählen Fischotter und Biber.

Fischotter wurden in den Gewässern der geschützten Delvenau-Niederung gesichtet. Und auch der stark bedrohte Biber, bis zu 30 Kilogramm schwer, ist wieder "aufgetaucht". Er hinterlässt deutliche Spuren: abgenagte Baumrinde und bis zu eineinhalb Meter hohe "Burgen" mit Unterwassereingang. Biber fressen keine Fische; sie leben von Wasserpflanzen und von Baumrinde. Die Burgen aus Ästen und Zweigen werden mit Schlamm und Lehm abgedichtet.

Für Tierfreunde ist es eine Selbstverständlichkeit, Biber-Wohnungen zu schonen. In den Monaten zwischen Januar und März, während der Paarung, ist besondere Rücksicht angebracht. Die Weibchen bringen, nach einer Tragezeit von etwa 105 Tagen, den Nachwuchs zur Welt, bis zu fünf kleine Biber, die in der Burg gehegt und gepflegt werden.

Wegen der abgenagten Baumrinde und auch gänzlich umgelegter Bäume sind Bibervorkommen kaum zu übersehen. Einige Gewässer im Raum Witzeeze werden seit etwa fünf Jahren regelmäßig von Bibern aufgesucht. Eine weit ins Wasser ragende Buhne am Witzeezer See hatten zwei Biber sich als Wohnplatz ausgesucht. Sie nagten dort einen Baum um und begannen auch mit dem Burgenbau. Sie zogen sich dann aber zurück und fanden bessere Wohnverhältnisse an einem ruhigen Teich direkt am See.

Der Fischereiverein Büchen, der sich auch dem Naturschutz verpflichtet fühlt, hat Teiche westlich des Witzeezer Sees an den BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) verkauft. Damit soll der Schutz von Biber und Fischotter auf eine noch breitere fachliche Basis gestellt werden. Mit besonderen Einschränkungen für die Angler ist diese Maßnahme, nach Mitteilung des Vereins, nicht verbunden.

Hin und wieder taucht übrigens auch ein Biber im Elbe-Lübeck-Kanal auf. Dieser Wasserweg wird aber nur als Zubringer zu den Seen am Kanal benutzt. Ein Biber ist mehrmals gegen Abend an der Steinau beobachtet worden, dort, wo der Bach in den Kanal mündet. Es ist aber nicht bekannt, ob es an der Steinau auch eine Biberburg gibt. Gesicherte Vorkommen gibt es in einigen Elbabschnitten, zum Beispiel im Raum Schnakenbek, wo Biber sich in anliegenden Altgewässern wohlfühlen.