Zulassung

Gutachter schürt neue Hoffnung

Lauenburg. "Klein aber fein wird die gymnasiale Oberstufe an der Albinus-Gemeinschaftsschule" - das ist die gute Botschaft, mit der der Hamburger Gutachter Dr. Jens-Martin Gutsche Hoffnung bei rund 70 Gästen aus Verwaltung und Politik, Lehrerschaft und Eltern weckte.

Gutsche stellte ihnen ein umfangreiches Zahlenwerk zur Schulentwicklungsplanung (SEP) vor, für das sich auch die Landtagskandidaten Olaf Schulze (SPD) und Ali Demirhan (Grüne) interessierten. Der Schulenwicklungsplan ist nötig, um das schleswig-holsteinische Bildungsministerium davon zu überzeugen, dass für Lauenburg eine eigene Oberstufe notwendig ist.

Drei Gründe sprechen trotz vorsichtig-konservativer Berechnung seines Planungsbüros dafür, dass sich Kiel dem Lauenburger Wunsch nicht verschließen kann:

* Die Albinusschule kann es aus eigener Kraft schaffen, genügend Schüler fit zu machen für eine eigene Oberstufe, da es keine andere Stadt gibt mit derartig eklatanten "Erreichbarkeitsverhältnissen". Das heißt: Aus keiner anderen Stadt müssen Schüler so weit fahren wie aus Lauenburg, um an gymnasiale Oberstufen zu gelangen.

* Dort, wo es ein Angebot für die Oberstufe gibt, wird es auch genutzt. Das bedeutet, dass die Zahl der Lauenburger Oberstufen-Schüler in Zukunft noch wachsen wird.

* Bestehende Schulstandorte mit gymnasialen Oberstufen wie in Geesthacht, Schwarzenbek und Mölln werden in ihrem Bestand nicht gefährdet, da sie in der Vergangenheit deutlich über der Quote Schüler aufnahmen und das auch in Zukunft tun werden. "Das ist eine wichtige Information und gute Nachricht für Lauenburg", so Jens-Martin Gutsche.

Um ein berechtigtes Interesse zur Einrichtung einer Oberstufe im Kieler Bildungsministerium anmelden zu können und auch mittelfristig weiter attraktiv für Schüler zu bleiben, müsse sich die Albinusschule aber weiterentwickeln, um so auch Schüler benachbarter Bundesländer anzulocken, so die Hausaufgabe des Planungsexperten. Sein Fazit: "Die Schulform der gebundenen Ganztagsschule mit verpflichtenden Angeboten ist dabei ein guter Werbefaktor für die Schaffung einer Oberstufe."

Die Kieler Planung sieht vor, nicht vor dem Sommer über die Standorte zu entscheiden. Doch Bürgermeister Andreas Thiede ist optimistisch: "Zwanzig Prozent mehr Anmeldungen als in den Vorjahren geben uns recht, wir sind mit dieser Schule ist auf dem richtigen Weg. Dort, wo eine Oberstufe angeboten wird, machen auch mehr Schüler ihr Abitur. So simpel wie einleuchtend kann ein Entwicklungsplan sein. Neun Prozent mehr Lauenburger Schüler legen dann das Abitur hier ab - so die hoffnungsvolle Berechnung der Experten."

Auch Schulleiter Heinz Hoffmann hat neue Hoffnung geschöpft: "Das Gutachten zeigt etwas besonders Positives: Wir können es aus eigener Kraft schaffen, genügend Schüler für eine eigene Oberstufe auszubilden."