Krüzen

Kuscheliger Nachwuchs im Tierpark

Krüzen. Kleine schwarze, glänzende Näschen nähern sich ausgestreckten Kinderhänden und nehmen vorsichtig und ganz ohne Hektik den angebotenen Leckerbissen auf.

Eine Szene, die sich wohl in vielen Streichelzoos beobachten lässt, aber in diesem Fall doch etwas Besonderes ist. Die kleinen Schnuppernasen gehören nämlich den Zwergkängurus im Tierpark Krüzen, deren sanftes Verhalten nicht nur Kinderaugen strahlen lässt. "Ich hab noch nie ein Känguru gestreichelt, die haben ja so ein kuscheliges Fell", schwärmt Maxima Rossa. Die siebenjährige Dresdnerin ist mit ihrer Mutter bei der Oma zu Besuch und genießt das neue Erlebnis. "Dass die Kinder hier so direkten Kontakt sogar mit den Kängurus haben können, ist fantastisch", freut sich ihre Mutter Sonja Rossa.

Das von Ziegen, Eseln oder Ponys bekannte, auffordernde und durch lange Fütterungserfahrung oftmals schon aufdringliche Anstupsen nach mehr Leckereien fehlt den Kängurus ganz. Genügsam verputzen die kleinen grauen Fellbündel ihre Portionen und wenn die Futterschachtel leer ist, ziehen sie sich hinter ihre Absperrung zurück.

Im Frühling locken die neugeborenen Tierkinder viele Besucher in den Tierpark Krüzen. Kängurubabys sind noch im Beutel ihrer Mutter versteckt, aber bei den Ziegen und Kamerunschafen läuft der Nachwuchs schon munter im Gehege herum.

Das kleine Tierparadies hat viele Freunde, die immer wieder kommen, um Tiere hautnah, ohne hohe Umzäumung zu erleben. "Bei uns sind fast alle Tiere handzahm und zutraulich" erzählt Holger Drewke von seinen 600 Parkbewohnern. Vor 20 Jahren hat er sich mit der Gründung seines Tierparks einen Traum erfüllt. "Dank meines Gartenbaubetriebs kann ich auch in schlechten Zeiten den Park am Laufen halten", berichtet er von seinem Familienunternehmen. Kaninchen und Meerschweinchen finden sich in den großzügigen Gehegen ebenso wie vom Aussterben bedrohten Haustierrassen und Exoten wie Affen oder Zebras. Seit 14 Tagen hat der Tierpark mit "Waltraud", einem kerngesunden Kamelfohlen, eine neue Attraktion in der Kinderstube. "Waltraud ist vielleicht nicht so der geläufigste Name für ein Kamel, aber unserer Schwiegersohn, der Tierpfleger Mike Harm, hat sich diesen Namen für das Kamelfohlen gewünscht", so der Tierparkchef. Waltraud bedeutet "die Starke" - und wenn das fidele Kamelkind weiter so prächtig wächst und gedeiht, dann passt der Name haargenau.