Wahl 2012

Verstehen, was die Menschen im Alltag bewegt

Lauenburg (per). Markus Matthießen fährt gern zweigleisig: Seit 2009 ist er Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes und sitzt außerdem für seine Partei im Schleswig-Holstenischen Landtag. Wenn es nach ihm ginge, bliebe das auch so nach der Landtagswahl am 6. Mai.

Der 39-jährige Familienvater von zwei Kindern. möchte seine begonnene Arbeit in der Landesregierung weiter führen, wie er sagt: "Nach gut zwei Jahren habe ich verstanden, wie in Kiel der Hase läuft." Seine Tätigkeit als Stadtvertreter helfe ihm, nicht "abzuheben" und die Probleme der Menschen vor Ort zu verstehen.

Daran dass er als Landtagsabgeordneter auch mal als "Prellbock" herhalten müsse, daran habe er sich inzwischen gewöhnt. So hätte er zum Beispiel in Lauenburg Kritik einstecken müssen, weil er sich auf der Verkehrskonferenz im Januar nicht geäußert habe. "Das war eine Veranstaltung der Bürger. Ich halte nichts davon, mich bei derartigen Anlässen zu profilieren", hält er entgegen. Er hat dagegen durchaus Erfolge in Sachen Verkehrspolitik der schwarz-gelben Landesregierung für seinen Wahlkreis ausgemacht: "In Geesthacht kommt jetzt doch die Umgehungsstraße, in Schwarzenbek beginnt der zweite Bauabschnitt, jetzt müssen wir nur noch dafür sorgen, dass Lauenburg bis 2017 in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes kommt." Matthießen sieht den Schwerpunkt der Arbeit in Kiel in den kommenden Jahren vor allem in der Haushaltskonsolidierung des Landes. "Es kann nicht sein, dass wir trotz steigender Einnahmen weniger Mittel zu Verfügung haben, weil uns Zins und Tilgung auffressen", so der gelernte Bankkaufmann.

Genauso sehe er die Sache auch in den hochverschuldeten Kommunen des Landes wie Lauenburg und Schwarzenbek. Allerdings gibt er zu, in letzter Zeit ab und zu "schlaflose Nächte" zu haben, gerade wenn er an seine Heimatstadt Lauenburg denkt. "Die nicht zu vermeidenden Einschnitte im kulturellen und sozialen Bereich werden weh tun, aber es gibt keine Alternative dazu", ist er überzeugt. Allerdings dürften bei der Aushandlung der Verträge zum Konsolidierungsfond auf keinen Fall die bisherigen Anstrengungen der Kommunen unter den Tisch fallen, ihre Haushaltssituation zu verbessern. Spielraum für solche Bedingungen sehe er in den Verhandlungen zwischen dem Land und den betroffenen Kommunen auf jeden Fall.

Vor allem sollten die Kommunen mehr mit ihren Stärken wuchern und damit ihre Einnahmesituation verbessern. Für Matthießen ein Grund, sich in seinem Wahlkreis weiter auf für die Entwicklung des Tourismus einzusetzen.