Altes E-Werk

Echte Funktionalität statt technischem Sammelsurium

Lauenburg (du). "Wir haben in Lauenburg mit dem alten E-Werk ein Technik-Kulturdenkmal und kein Technikmuseum", stellt Werner Büker klar. Der Unterschied: In einem Technikmuseum stehe schon mal das erste elektrische Leichenautomobil aus dem Jahre 1907 neben einer der ersten Waschmaschinen, die 1767 gebaut wurden.

Ein Technik-Kulturdenkmal dagegen sei eine geschlossene Einheit, eben wie das Lauenburger E-Werk, das noch bis in die 60er des vorigen Jahrhunderts Lauenburg mit Storm versorgte.

Werner Büker arbeitet gemeinsam mit seinen ehrenamtlichen Helfern daran, das Alte E-Werk, zu einer touristischen Attraktion zu machen. "Es wäre schön, wenn wir das E-Werk mit funktionierenden Motoren zeigen können", schwärmt Büker schon lange. Dieser Vision ist er jetzt ein großes Stück näher gekommen. "Kollegen von mir haben in Stade im Technikmuseum einen früher im Mühlenbetrieb eingesetzten Deutz-Motor entdeckt, der baugleich ist mit dem Motor, der nach Schließung des E-Werks verschrottet wurde". Das Stader Museum wird aufgelöst und Werner Büker nutzte die einmalige Chance, den Motor nach Lauenburg zur Hitzler-Werft zu holen. Beim Stöbern fand er dann sogar noch das zugehörige Schwungrad mit Riemenscheibe und die entsprechenden Pressluftflaschen. "Der Motor wird gereinigt und dann schauen wir mal, ob wir ihn noch zum Laufen bringen", sagt Werner Büker. Er hat feste Vorstellungen von der künftigen Präsentation des E-Werks. "Feste Öffnungszeiten passen nicht in das Konzept eines modernen Denkmals", sagt er und plant, Lauenburgs Hoteliers und Gastronomen mit Informationen auszustatten, die sie als Service passgenau ihren Gästen anbieten können. Per Anruf würden dann Führungen vereinbart.

"Radtouristen oder Gäste des geplanten Hotels im Fürstengarten schätzen sicher diese individuelle Betreuung und interessieren sich vielleicht für das historische Lauenburg und Kulturdenkmäler, zu denen auch der Raddampfer "Kaiser-Wilhelm" oder die Traditionswerft Hitzler gehören", ist Büker überzeugt.