Neues Programm

Fördergeld hilft Frauen beim beruflichen Aufstieg

Lauenburg (bm). Maria Sousa (Dan Tobacco) und Denise Gollnow (Dan Pipe) sind es bereits: Frauen in Führungspositionen.

Ihre Firmen legen Wert auf Förderung der Belegschaft - Glück gehabt. Denn längst nicht alle Unternehmen denken so: "In vielen Gesprächen in der Vorbereitung unseres Projektes musste ich feststellen, dass Chefs vielfach glauben, gut ausgebildete Frauen, die auch Mütter sind, gingen ihrer Arbeit nur zum Spaß oder Nebenerwerb nach", sagt Annemarie Argubi-Siewers von der Lauenburger Qualifizierungs- und Service-Gesellschaft INI. "Wenn sie sich aber eingehend mit ihren Mitarbeitern austauschen, merken sie schnell, dass Frauen hoch motiviert sind, sich fortzubilden und auch weitere Aufstiegsambitionen haben."

Für Aufstieg auf allen Ebenen in Unternehmen hat der Bund nun ein Programm aufgelegt und Fördermittel der EU eingeworben: Im Rahmen der Initiative "Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales werden Sozialpartner wie die INI unterstützt, durch spezifische Maßnahmen die Beschäftigungssituation von Frauen in der Wirtschaft zu verbessern. Das Programm wurde mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und dem Deutschen Gewerkschaftsbund entwickelt und soll Projekte fördern.

Für die Förderperiode bis zum Jahr 2013 stehen insgesamt 71,9 Millionen Euro zur Verfügung. 950 000 Euro aus diesem Topf gehen auf Initiative von Argubi-Siewers nach Lauenburg - ihre Mitarbeiter Thorsten Scholz, Marketingexpertin Kathrin Sohst und Almut Reymann für das Projekt werben, Unternehmen einbinden und interessierte Frauen fördern.

Genau wissen, wie die Projektmittel vor Ort eingesetzt werden, wollte es die Lübecker SPD-Bundesabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm und war nach einem Gespräch mit den Organisatoren und Firmenvertretern wie Sousa und Gollnow voll des Lobes für die Lauenburger Initiative.

Die Aus- und Bewertung, übernimmt Diplom-Pädagogin Katrin Galonska - sie wird während der Projektzeit ihre Doktorarbeit schreiben und die Projektergebnisse einfließen lassen. Die Resultate ihrer Forschungen müssten in jedem Fall der Öffentlichkeit präsentiert werden, riet Politikerin Hiller-Ohm.

30 Betriebe, 60 Mentoren und 100 Frauen sollen in zwei je eineinhalbjährigen Phasen erreicht werden. Frauen im mittleren Management können ebenso profitieren wie Berufsanfängerinnen. Durch Mentoren werden die Frauen in Kommunikation, Zeitmanagement und Stresstraining geschult - in Seminaren und Wochenend-Workshops. Der Auftakt mit den beteiligten Unternehmen ist für den 12. April in Schwarzenbek geplant. Im Internet sind alle Kontaktdaten unter www.mutzumehr.info zu finden.