Theater

Von höflichen, verletzenden und gestohlenen Wörtern

Lauenburg (pas). Um Worte gefeilscht wurde gestern in der Grundschule Weingarten. Die Schauspielerin Johanna Krasemann aus Berlin war gekommen, um den Erst- und Zweitklässlern das das Theaterstück "Die Händlerin der Worte" vorzuspielen.

Die 28-Jährige gehört zum Theater Nimmerland, das 2005 gegründet wurde. Verschiedenen Schauspieler touren seitdem durch die Grundschulen Deutschlands. Im Gepäck haben sie Stücke, die Bezüge zu den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Religion, Englisch, Französisch und Deutsch haben. "Auch mein Stück baut auf den Grundschullehrplan des Deutschunterrichtes auf", erklärte Krasemann nach ihrem Auftritt. Die Theatergruppe Nimmerland will mit ihren Darbietungen einerseits die Freude der Kinder am Unterricht fördern und einen Bezug zum Unterricht herstellen und andererseits speziell Grundschulen in ländlichen Regionen bespielen, wo die Kinder weiter entfernt sind von größeren Stadttheatern.

Johanna Krasemanns Stück "Die Händlerin der Worte" handelt von einer Marktfrau, die dem jungen Publikum gerne höfliche Wörter verkaufen will. Dabei kramt sie auch das ein oder andere verletzende Wort hervor. Die meisten Schimpfwörter hält die Marktfrau allerdings sicher in einer Truhe verschlossen. Ihr Problem: Irgendjemand hat ihr ein paar Wörter gestohlen und sie möchte die natürlich zurückhaben. Am Ende des Stücks sollen die Kinder der Marktfrau helfen. Sie übergibt ihnen einen Briefumschlag. Im Unterricht sollen die Kinder nun gemeinsam höfliche Worte für die Frau sammeln und diese dann an das Theater Nimmerland nach Hannover senden. So knüpft der Unterricht direkt an das gemeinsam gesehene Theaterstück an.

Schauspielerin Johanna Krasemann war übrigens früher selbst Schülerin der Weingartenschule und ging zu Hella Gries in die Klasse, die immer noch an der Schule unterrichtet. "Ich war ganz schön aufgeregt, gerade hier zu spielen", so Krasemann. Die Aufregung war unbegründet. Die heutigen Schüler der Weingartenschule fanden's toll und wollten nach der Vorstellung zum Teil sogar noch Autogramme von Johanna Krasemann haben.