Diskussion

Suche nach Kompromiss geht weiter

Lauenburg. Die Verschiebung eines Tagesordnungspunktes durch die Politik stößt nur selten auf das Wohlwollen der Verwaltung. Beim Thema "Einführung von Bewohnerparken in der Lauenburger Altstadt" gab es für die Vertagung durch die Fachausschüsse aber Lob von Bürgermeister Andreas Thiede:

"Die Diskussion hat gezeigt, dass die Suche nach einem Kompromiss weitergehen muss, bevor eine Entscheidung gefällt wird", sagte er am Ende einer kontrovers und emotional geführten Debatte in der Heinrich-Osterwold-Halle.

Die Ausschuss-Vorsitzenden Dr. André Peylo (SPD/Bauen und Planung) und Werner Büker (CDU/Öffentliche Einrichtungen, Wirtschaft und Tourismus) hatten zu Beginn der gemeinsamen Sitzung Wortmeldungen der rund 100 Besucher ausdrücklich gestattet. Wohl auch, weil schnell klar war, dass es an diesem Abend keine Entscheidung geben wird. Grund: Die SPD hatte eine Ergänzung zur Verwaltungs-Vorlage eingebracht, die noch in den Fraktionen beraten werden muss.

Schon bald zeigte sich, wie verhärtet die Fronten zwischen den Befürwortern einer dauerhaften Kirchplatz-Sperrung und den Gegnern sind, die um ihre angestammten Parkmöglichkeiten fürchten. Zum Zankapfel der Kontrahenten wurde auch die Vorlage der Verwaltung, in der die Gegner ihre in der Einwohnerversammlung am 14. November vorgebrachten Argumente vermissten.

Ruhe in die Diskussion könnte der SPD-Antrag bringen, auch wenn er keine Problemlösungen für den ruhenden Verkehr beinhaltet. Kernpunkt ist der Auftrag an die Verwaltung, mit den zuständigen Behörden eine Lösung für den fließenden Verkehr zu erarbeiten, die die Parkraumkonzeption sinnvoll ergänzt. Dr. Peylo schweben technische Maßnahmen wie automatische Poller am Schifferhaus und dem Museum vor, die den Anliegern im Mittelteil der Elbstraße die jederzeitige Erreichbarkeit ihrer Wohnungen garantieren würden. Vor der Haustür langfristig zu parken, wäre vom Vorteil für die Anwohner dennoch ausgeschlossen, sie müssten sich nach dem Ausladen ihrer Einkäufe einen Stellplatz suchen. Gebannt wäre aber die Belästigung durch den Berufsverkehr, der nach der Einführung der Tempo-30-Regelung auf den Bundesstraßen 209 (Hafenstraße) und 5 (Berliner Straße/Hamburger Straße) die Elbstraße wieder als schnelle Abkürzung entdeckt hat.

Bei der Erarbeitung der neuen Vorlage müsste die Verwaltung aber auch Anregungen der Bürger bedenken, bis ein Kompromiss beschlossen werden kann. So wurde angeregt, mit dem Kirchenvorstand in Verhandlungen über die Grünfläche am Brink zu treten, um dort eine Parkpalette zu schaffen. Auch bessere Markierungen der Stellplätze auf dem Borke- und dem Lösch- und Ladeplatz waren ein Thema.

Und schließlich muss das Amt für Stadtentwicklung Argumente abwägen, um die Verhärtung der Positionen aufzuweichen. Der Aussage "Nur ein voll besetzter Parkplatz ist eine sinnvolle Nutzung des Kirchplatzes" von Sperrungs-Gegner Sven Scharnweber steht das Statement "Die Altstadt ist damals nicht für den Autoverkehr gebaut worden" von Befürworterin Susanna Brauer-Bethge entgegen. Zudem forderte Maik Peters vom "Altstadt-Friseur", die Erreichbarkeit der Geschäfte zu garantieren.