Interessengemeinschaft

Kiel zollt Behinderten-Initiative aus Lauenburg Respekt

Lauenburg (per). Dieses Tempo kann sich sehen lassen: Aus einem Dutzend Neugieriger ist innerhalb von knapp zwei Monaten eine gut organisierte Vereinigung geworden.

Die Interessengemeinschaft "Behinderte Menschen in Lauenburg" (IGBML) verfügt nicht nur über ein schlüssiges Konzept, sondern hat jetzt sogar eine ordentliche Geschäftsordnung. Diese sei allerdings nur eine vorläufige, wie Sprecher Karl-Wilhelm Hinsch betont. Grund: Die IGBML nimmt am sogenannten Interessenbekundungsverfahren um die Findung eines Behindertenbeauftragten teil. Danach müssten in der Geschäftsordnung einige formelle Änderungen vorgenommen werden - vorausgesetzt, die Bewerbung hat Erfolg.

Doch daran zweifelt offensichtlich niemand der inzwischen 35 Mitglieder. Mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein ausgestattet, schmiedeten sie auf ihrer Zusammenkunft am Montagabend erste Pläne für die Zeit nach der Entscheidung. Eigentlich hatten sie zu ihrem Treffen Bürgermeister Andreas Thiede, Bürgervorsteher Andreas Lojek und die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und FDP eingeladen, - doch alle hatten sich entschuldigt. "Das Bewerbungsverfahren läuft bis zum 30. März, da möchte niemand vorher Partei ergreifen", zeigte Hinsch Verständnis. Stadtvertreter Uwe Frensel (SPD) sah das offensichtlich ganz anders und holte zu einem kleinen Seitenhieb aus: "Ich bin nicht der einzige Politiker, der heute Abend nichts anderes vor hat", meinte er augenzwinkernd. Stattdessen sei es ihm als Vorsitzender des Sozialausschusses ein Bedürfnis, vor einer so wichtigen Entscheidung die Bewerber gründlich kennen zu lernen. Immerhin würde der künftige Interessenvertreter Ansprechpartner für über 1500 schwerbehinderte Menschen in Lauenburg sein. "Ich werde zu Informationsveranstaltungen aller Bewerber gehen.", versicherte Frensel.

Auch in Kiel sorgt die Hartnäckigkeit der Interessengemeinschaft um Karl-Wilhelm Hinsch für Respekt. Landtagsabgeordneter Olaf Schulze (SPD), der auch diesmal der Einladung der Interessengemeinschaft gefolgt war, hatte auf kurzem Weg den Kontakt zwischen dem Landesbehindertenbeauftragten Dr. Ulrich Hase und der IGBML hergestellt. Ein Treffen ist bereits vereinbart.

"Ich bin nicht der einzige Politiker, der heute Abend nichts anderes vorhat"

Uwe Frensel (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Bürgerangelegenheiten, Soziales, Jugend und Sport