Elbschifffahrtsmuseum

Stadt muss tief in die Tasche greifen

Lauenburg. Die Sanierung des Elbschifffahrtsmuseums ist beendet - und auf die Stadt wartet eine weitere Zahlungsforderung. Am Montag (Beginn: 19 Uhr, Heinrich-Osterwold-Halle) berät der Bau- und Planungsausschuss der Stadt über einen Nachschlag in Höhe von gut 130 000 Euro.

Schon einmal musste die Stadt außerplanmäßig 300 000 Euro bereitstellen. Die Sanierungsmaßnahme sollte ursprünglich 2,298 Millionen Euro kosten, 2,011 Millionen Euro bekam die Stadt als Zuschuss aus dem Konjunkturpaket des Bundes. Mit der Fertigstellung der Schlussrechnung des Bauunternehmers beläuft sich die Summe jetzt auf 2,690 Millionen Euro.

Die Mitglieder des Fachausschusses werden eine Vorlage von Bürgermeister Andreas Thiede beraten, in der der Verwaltungschef die Bereitstellung der Zusatzkosten empfiehlt, um einen Rechtsstreit mit dem Bauunternehmer zu vermeiden.

Wie Bauamtsleiter Reinhard Nieberg auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, konnte die Forderung des Bauunternehmers durch Gespräche bereits deutlich reduziert werden. Ursprünglich hatte der Unternehmer in seiner Schlussrechnung 166 000 Euro von der Stadt gefordert. "Solche Nachforderungen sind bei Baumaßnahmen üblich, dieses Prozedere kennen wir schon von anderen Vorhaben", erklärt Nieberg. Durch die Auseinandersetzung der Verwaltung mit der beauftragten Baufirma konnte deren Forderung auf 111 500 Euro reduziert werden. Nieberg: "Unserem Vorschlag sollte zugestimmt werden, um einen Rechtsstreit zu vermeiden."

Die alte Substanz der Gebäude an der Elbstraße 59 (Baujahr 1742) und am Kirchplatz 1 (Baujahr um 1600) war zu unübersichtlich, um alle Baumaßnahmen von vornherein berücksichtigen zu können. Für zusätzliche Probleme sorgte das Hochwasser der Elbe im Januar 2011. Längere Zeit mussten die Bauarbeiten eingestellt werden, immer wieder neue technische Probleme überwunden werden. Für all diese Dinge fordert das Unternehmen jetzt Geld, weil zahlreiche Arbeiten nicht durch das ursprüngliche Angebot und die Ausschreibung des Auftrags gedeckt waren.

Im Punkt "Restarbeiten und Rundung" der Kostenaufstellung für den Ausschuss sind auch noch Veränderungen an der Oberflächenentwässerung enthalten. Wie berichtet bestand wegen fehlender Abläufe die Gefahr, dass Regenwasser den Museumskeller flutet. Nun bekommt das Dach der Info einen direkten Anschluss an die Kanalisation, vor dem Eingang wurde im Pflaster ein Regensiel installiert. Schon einmal waren bei Regen Wasser und Schlamm in den Museumskeller gespült.

Den Keller haben Museumsleiter Joachim Kedziora und seine Helfer wieder auf Vordermann gebracht. "Wir wollen das Museum so schnell wie möglich mit Leben füllen", erklärt Kedziora. Dazu sollen Teile der Ausstellung, die passend aufgebaut werden können, zeitnah wieder ins Museum gebracht werden. Und auch die Motorenausstellung im Keller ist bald wieder zugänglich.