Kirchplatz

Parken in der Altstadt: Stadt schlägt Kompromiss vor

Lauenburg. "Jedem Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann" - dieses Sprichwort könnte sich in Lauenburg wieder einmal als wahr erweisen. Die Stadt versucht mit einer Kompromisslösung den Streit um die Parkplatzsituation in der Altstadt zu schlichten.

Wie berichtet setzt sich der Arbeitskreis Altstadt (Aal) seit langem dafür ein, den historischen Kirchplatz nach der Wiedereröffnung des Elbschifffahrtsmuseums nicht wieder als Parkfläche zu nutzen. Dagegen laufen Anwohner der Elbstraße Sturm, weil sie befürchten, dass sich die ohnehin schon komplizierte Parksituation noch weiter verschärfen wird, sobald das Elbschifffahrtsmuseum als Publikumsmagnet mehr Touristen in die Altstadt zieht.

Die Stadt wagt nun einen Spagat und präsentiert eine mögliche Lösung: In der Zeit vom 1. April bis 31. Oktober eines Jahres dürfen nur Behinderte, die über eine entsprechende Parkgenehmigung verfügen, den Kirchplatz als Stellfläche für ihr Auto nutzen. In einer Testphase von zwei Jahren sollen aber Anwohner zwischen 22 Uhr und 10 Uhr ebenfalls dort parken dürfen. Dafür sollen sie für einen Bewohnerparkausweis, der in der gesamten Altstadt gilt, 30 Euro jährlich berappen. Im Gegenzug würden sie beim Parken auf dem Lösch- und Ladeplatz, sowie auf dem Borkeplatz nicht extra zur Kasse gebeten werden. Alle anderen Fahrzeugführer, die ihr Auto dort abstellen möchten, sollen einen Parkschein für 50 Cent pro Stunde oder eine Tageskarte fünf Euro am Automaten ziehen. Weil der Lösch- und Ladeplatz der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung gehört, kommt dort alternativ auch eine Parkscheibenregelung in Frage.

Da mit der Umsetzung dieser Vorschläge noch kein einziger neuer Parkplatz geschaffen wird, gibt es Überlegungen, neue Stellflächen zu erschließen. Dafür könnten in Absprache mit dem jeweiligen Eigentümer die Bereiche Am Brink, Borkeplatz, auf dem Parkplatz der Hitzler-Werft und gegenüber der Osterwold-Halle geeignet sein.

Insbesondere durch die Einführung der Bewohnerparkregelung erhofft sich die Stadt eine deutliche Entspannung der Situation für die Anwohner. "Die Auslastung der Stellplätze ist durchweg als hoch zu bezeichnen, eine nicht repräsentative Stichprobe aus dem Mai 2011 bestätigt die Situation", heißt es in der Entscheidungsvorlage. Damit Gäste von außerhalb die für sie vorgesehenen Parkplätze in der Altstadt auch finden, soll ein Schildersystem für Orientierung sorgen. Dafür hat die Stadt auch schon mal Kosten in Höhe von 5000 Euro kalkuliert.

Es liegt nun an den Politikern zu entscheiden, ob sich Lauenburg angesichts knapper Kassen diese Ausgaben leisten kann und ob der Verwaltungsvorschlag zur Entschärfung der Parksituation in der Altstadt in dieser Form überhaupt umsetzbar ist. Ein verbindlicher Beschluss dazu wird auf der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses und dem Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Wirtschaft und Tourismus am Montag, 12. März, 19 Uhr in der Osterwold-Halle, Elbstraße 145 gefasst.