Förderprogramm

Kreative Ideen stehen jetzt hoch im Kurs

Lauenburg. Das war eine Veranstaltung, die Mut für eine attraktivere Gestaltung der Oberstadt gemacht hat. Voraussetzung: Optimismus und der feste Wille, Visionen zu entwickeln und sich aktiv in die Planung einzubringen.

"Denn das Vorhaben kann nur gelingen, wenn Stadtvertreter, Verwaltung, die örtliche Wirtschaft und die Bürger an einem Strang ziehen - aber nicht in jedem Jahr in eine andere Richtung", mahnte Professor Dr. Engelbert Lütke Daldrup in seinem Redebeitrag zum Auftakt der Programms "Aktive Stadt- und Ortseilzentren". Der ehemalige Staatssekretär im Bundesbauministerium gilt als "Vater der Förderprogramms", für das der Bund acht Jahre lang 92,3 Millionen pro Jahr zur Verfügung stellt. Bei der vorgesehenen Drittel-Regelung müssen Land und die beteiligten Kommunen jeweils die gleiche Summe für realisierbare Projekte aufbringen. Angesichts der desaströsen Finanzlage der Stadt und den Engelbert Lütke Daldrup Professor und Stadtplaner durch aus Kiel verordneten Sparzwang eine harte Nuss für Kämmerer Thomas Burmester. Doch Diplom-Ingenieur Holger Pietschmann von der "Bundestransferstelle aktive Stadtzentren", zweiter Hauptredner des Abends, konnte zumindest "leichte Entwarnung" geben: "In Nordrhein-Westfalen übernimmt das Land prozentual auch Anteile armer Kommunen."

Lauenburg ist 2011 als eine von sechs Städten in Schleswig-Holstein in das Förderprogramm aufgenommen und in einem ersten Schritt mit 120 000 Euro für die Planung der Umsetzung ausgestattet worden. Die Stadt plant nun eine ganze Reihe thematischer Foren, um die möglichen Maßnahmen auf eine breite Basis zu stellen. Mit der Umsetzung beauftragt wurde das Wedeler Institut Raum & Energie, deren Geschäftsführerin Katrin Fahrenkrug den rund 100 Besuchern der Auftaktveranstaltung und allen künftigen Interessenten den Leitfaden der Vorgehensweise ins Stammbuch schrieb: "Wir dürfen nicht in Visionen stecken bleiben. In Lauenburg muss gehandelt werden."

Pietschmann zeigt an Beispielen aus anderen Städten auf, welche Maßnahmen bereits erfolgreich gefördert wurden. Nicht alles sei auf Lauenburg übertragbar, aber Anregungen gebe es auf der Seite www.aktivzentren.de im Internet in Hülle und Fülle.

Lütke Daldrup empfahl den Lauenburgern, die topographische Lage an der Elbe zu nutzen und 'weiche Faktoren' wie die Schönheit der Altstadt zu nutzen: "Für eine Stadt zählen nicht nur ein ICE-Bahnhof und eine Autobahnabfahrt. Es gibt viele Maßnahmen, eine Stadt anziehender zu gestalten. Sie müssen kompakt, gemischt und vielfältig sein. Wichtig ist nur die Einigkeit darüber, wo man anfangen will."

Nächste Gelegenheit, sich in diesen Prozess einzubringen, werden die Lauenburger bereits am 19. März haben: Dann wird in der Zukunftswerkstatt am Thema "Konkrete Projekte in und für den Innenstadtbereich" gearbeitet. Uhrzeit und Ort stehen noch nicht fest. Bürgermeister Andreas Thiede verspricht Neuigkeiten: "Private Investoren entdecken unsere Stadt." Sein Ziel ist es "die suboptimale Innenstadt zu reanimieren." Und dabei hoffen er und die Bürger, die dabei helfen wollen, auch auf die Beteiligung der Wirtschaftlichen Vereinigung, die zur Auftaktveranstaltung nicht präsent war.

"Es gibt viele Möglichkeiten, eine Stadt anziehender zu gestalten."

Engelbert Lütke Daldrup, Professor und Stadtplaner