Dorfspaziergang: Hohnstorf

Hohnstorf: Fischer, Kähne und die Elbe prägen den Ort

Hohnstorf (pas). Die Elbe prägt das Leben in Hohnstorf. So ist es heute, wo Radler auf dem Elberadweg den malerischen Blick über den Fluss nach Lauenburg genießen.

So war es früher, als die Menschen hier noch vom Fischfang lebten. "Die Fischer haben unseren Ort gegründet", sagt Egon Ojowski, der Vorsitzende des Fischereimuseumsvereins. Und so beginnt dieser Dorfspaziergang auch im Museum neben dem Gemeindebüro, wo Ojowski unter anderem Netze, Fischtransportfässer und eine kunstvoll verzierte Kiste ausstellt. "In ihr haben die Fischer wichtige Schriftstücke aufbewahrt", erklärt er und erzählt, dass schon 1365 gefischt wurde, als zehn Hohnstorfer von Herzog Wilhelm von Braunschweig das Fischereiprivileg bekamen.

Auch bei einem Blick auf den Spielplatz der Grundschule wird klar, dass die Elbe allgegenwärtig ist. Ein alter Transportkahn steht hier bunt bemalt. "Den haben wir vor fünf Jahren zum Spielgerät umgebaut", sagt André Feit, Hohnstorfs Bürgermeister, und zeigt dann auf das Schulgebäude. "Das war früher der Fährbahnhof. Ende des 19. Jahrhunderts war hier die Endstation der Königlich-Hannoverschen Staatsbahn."

Das Trajekt verband von 1864 bis 1878 die Bahnstrecke Lübeck-Lauenburg mit der Strecke Lüneburg-Hohnstorf, die mit der Fähre zwischen Lauenburg und Hohnstorf auch über die Elbe führte. "Als die Eisenbahnbrücke gebaut wurde, brauchte man den Bahnhof nicht mehr, und später entstand hier die Grundschule", erzählt Jens Kaidas, langjähriger Bürgermeister des Ortes.

Richtung Einsenbahnbrücke laufen die Dorfspaziergänger nun auch, teils über den Elberadweg. "Den wollen wir künftig noch stärker nutzen. Wir müssen mehr Radler in unsere Gaststätten und Pensionen bringen", sagt Feit und zeigt dann auf einen blauen Infokasten, der Flyer mit Übernachtungsmöglichkeiten enthält. Ein erster Schritt dazu, mehr Radler als Gäste in Hohnstorf zu gewinnen.

Weiter geht's, vorbei am Kindergarten. "Wir bieten hier auch eine Krippe an", sagt Annette Kork, stellvertretende Bürgermeisterin.

An der Gaststätte "Hohnstorfer Fährhaus" machen die Dorfspaziergänger Halt und Bürgermeister Feit zeigt auf die Brücke, über die der Verkehr der B 209 rollt. "Das ist unser Segen und unser Fluch", sagt er. Die Mautflüchtlinge machen auch den Hohnstorfern das Leben schwer. "Andererseits sind wir prima angebunden", so Feit. Und dann erzählt Egon Ojowski, wie er früher über die Brücke zu seiner Arbeit in der Hitzler Werft gelangte. "Damals sind die Hohnstorfer auch gern in der Lauenburger Elbstraße einkaufen gegangen", so der 74-Jährige. Wo heute vor allem Wohnhäuser sind, reihten sich damals Geschäfte aneinander.

Und es gibt sie noch immer, die enge Beziehung zu Lauenburg. Nach wie vor arbeiten viele Hohnstorfer dort. "Anfang der 80er-Jahre zogen viele Lauenburger nach Hohnstorf", so Feit. Warum? Wegen der guten Baugrundstücke wohl. Vielleicht aber auch, weil man ihn nur von hier hat: den traumhaften Ausblick auf Lauenburgs malerische Altstadt direkt an der Elbe.