Gospel-Workshop

Musik der Sklaven macht Norddeutsche munter

Büchen (du). "Ich bin ein Wiederholungstäter", verrät Inga Kniest aus Hornbek. Sieben Mal hat sie bereits bei den Gospel-Workshops der evangelischen Kirchengemeinde in Büchen-Pötrau mitgemacht und ist nach wie vor fasziniert von den Emotionen, die der Gesang in ihr weckt.

"Das Erlebnis der in den Workshops angebotenen unterschiedlichen Stilrichtungen möchte ich nicht mehr missen. Das ist mein ganz persönliches Wellness-Programm, das ich mir auch im nächsten Jahr wieder gönnen werde", erzählt sie.

Gospel steht für die frohe Botschaft des Evangeliums und gleichzeitig für die von den afrikanischen Sklaven gefundene Lösung, mit ihrer Musik, ganz ohne Instrumente, nur mit ihrer Stimme, und ihren tanzenden Bewegungen zu kommunizieren und das Leben erträglich zu gestalten. "Wir können so viel durch diese Musik lernen, wenn wir es schaffen, eingefahrene Strukturen abzustreifen und die ungebrochene Lebensfreude der Afroamerikaner in der Sklaverei zulassen", erzählte Christina Bochert. Sie singt im Möllner Gospelchor und nahm zum ersten Mal an einer derartigen Veranstaltung teil. "Nach den Proben war ich ganz einfach platt und konnte nicht mehr. Aber durch die Lieder hatte ich im Herzen so eine Euphorie, dass ich sogar meine steife norddeutsche Art vergessen habe", berichtet sie von ihrem persönlichen Erlebnis, das sie für ihre künftige Chorarbeit mitnehmen wird.

Der in Kamerun geborene Musiker und Komponist Toto Lightman leitete den 10. Büchener Workshop. Sein Konzept, den Teilnehmern durch intensive Wiederholungen die Energie der Lieder bewusst zu machen, damit sie mit ihrer Stimme und ihren tanzenden Bewegungen ein Teil der Musik werden, hat funktioniert. Beim Abschlusskonzert in der Pötrauer Kirche gab es nur strahlende Gesichter, jubelnde Stimmen und Tanzbewegungen, die der neu entstandene Chor "Toto Lightman-Gospel-Train" mit rhythmischem Klatschen unterstrich.