Puppentheater

Comeback nach 30 Jahren

Lauenburg. "Ich komme vom Lauenburger Puppentheater", stellt sich der Mann in unserer Redaktion vor. Dafür erntet er gleich doppelte Verblüffung: Er entspricht nämlich in seiner dunklen Winterjacke und den derben Handschuhen in keiner Weise der Vorstellung von einem fingerfertigen Puppenspieler.

Und außerdem: Seit wann hat Lauenburg ein Puppentheater?

Mit dieser Reaktion hat der Mittfünfziger offensichtlich gerechnet und kann sich daher ein Lachen nicht verkneifen: "Mein Name ist Heinz Lauenburger und unser Puppenspielbetrieb ist vor 30 Jahren das letzte Mal in Lauenburg gewesen", klärt er auf. Verglichen mit der langen Geschichte des Familienunternehmens eigentlich gar nicht so eine lange Zeit: "Mein Ur-Urgroßvater Lorenz Lauenburger gründete das Theater 1829 in Schlesien als Marionetten-Theater. Damals wurden 'Faust' und die 'Heilige Genoveva' gespielt", weiß er aus vielen Erzählungen.

Jetzt, sechs Generationen später, gibt es das Theater immer noch. Heute ziehen vor allem Räuber Schwarzbart, Räuber Hotzenplotz oder die neugierige Prinzessin Kinder in ihren Bann. Aber noch immer gehören auch die historischen 100 Puppen zum Fundus - darunter auch noch die originalen, 180 Jahre alte Marionetten. Alle Figuren wurden im Laufe der Zeit von der Puppenspielerfamilie selbst geschnitzt. Eine Puppe hat sich mit der großen Nase und dem breiten Lachen nie verändert: der Kasper. "Er ist seit mehr als 100 Jahren die Lieblingspuppe der Besucher, denn er ist schlau und schlagfertig", verrät der Theater-Chef. Doch dann sind da ja noch das böse Krokodil, das aber dem Kasper in keiner Situation gewachsen ist, und all die anderen typischen Figuren, die schon unsere Großeltern geliebt haben, wenn die Theaterleute in der Stadt waren.

Das Lauenburger Puppentheater ist das älteste Reisetheater Norddeutschlands. Am Freitag, 10. Februar, 15 Uhr, sind die Spieler und ihre Figuren in Lauenburg zu Gast. Aufgrund der Witterung nicht mit dem bunten Zeltpalast, sondern mit kleiner Bühne in der Stadtbücherei am Weingarten. Eintritt: fünf Euro.