Forderung

Protest aus vielen Richtungen

Lauenburg. Fast vier Wochen sind nach der Verkehrskonferenz inzwischen ins Land gegangen, aber die Entrüstung der meisten Teilnehmer der Veranstaltung ist noch nicht abgeebbt.

Wie berichtet, hatte Bürgervorsteher Andreas Lojek (CDU) die Enttäuschung über den Redebeitrag von Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang mit der Wiederholung altbekannter Argumente ein paar Tage sacken lassen. Dann brachte er seinen Unmut in einem Schreiben an seinen Parteifreund Verkehrsminister Jost de Jager auf den Punkt. Eine Reaktion aus Kiel steht noch aus. "Ich rechne innerhalb der nächsten vier Wochen damit", hofft Lojek.

Konkrete Antworten vom Verkehrsministerium will auch der Landtagsabgeordnete Olaf Schulze (SPD) haben. "Leider kam ich während der Veranstaltung selbst nicht zu Wort", bedauert er noch heute, denn ihm brannten einige Anmerkungen zur Rede der Staatssekretärin unter den Nägeln: "Es ist zum Beispiel ausgemachter Unsinn, wenn Kiel meint, die A 20 löse Lauenburger Verkehrsprobleme. Im Gegenteil: Durch die feste Fehmarnbelt-Querung wird sich der Verkehr in der Region eher erhöhen als verringern." Er hat nun eine sogenannte Kleine Anfrage an die Landesregierung eingereicht, um auf diese Weite das Verkehrsministerium zu konkreten Aussagen zu bewegen (siehe Kasten).

"Durchaus positive Signale" hat dagegen Lauenburgs Landtagsabgeordneter Markus Matthießen auf der Verkehrskonferenz ausgemacht. Wie auf seiner Webseite dazu unter anderem zu lesen ist, habe die Sperrung der B 5 als Mautausweichstrecke für schwere Lkw die Situation der Ortsdurchfahrt verbessert. Offen lässt der CDU-Politiker allerdings, wie sich dieser Erfolg mit dem Bestreben des Verkehrsministeriums verträgt, für die B 5 nach wie vor die Bemautung durchboxen zu wollen. "Eine Kombination von Bemautung und der 12-Tonnen-Begrenzung ist rechtlich nicht möglich", stellte bereits Lojek in seinem Brief an den Verkehrsminister fest und argumentiert wie das Bürgeraktionsbündnis (BAB), dass eine Bemautung den Schwerlastverkehr in der Stadt legalisieren würde.

"Das haben wir alles schon mehrfach vorgebracht. Wenn uns aus Kiel immer wieder 'olle Kamellen' vorgesetzt werden, kommen wir keinen Schritt weiter", moniert BAB-Sprecher Heinz Victor. Trotz der Enttäuschung wollen er und seine Mitstreiter aber nicht aufgeben. Im Gegenteil: "Aufgrund des Schreibens von Andreas Lojek und der Anfrage von Olaf Schulze muss die Landesregierung ja nun endlich Farbe bekennen, wie die Verkehrsproblematik in Lauenburg im Sinne der Menschen gelöst werden kann."

Auch das Bürgeraktionsbündnis will nun beraten, mit welchen Mitteln der Protest weitergehen wird. Auf jeden Fall sei es ermutigend, dass es Menschen gebe, die aus Verantwortung über ihren eigenen politischen Tellerrand schauen können.

* Das Bürgeraktionsbündnis lädt am Mittwoch, 8. Februar, 19 Uhr, zur öffentlichen Sitzung in das Restaurant Zum Halbmond, Halbmond 30, ein. An diesem Abend soll unter anderem der Fahrplan für weitere Aktionen festgelegt werden. Eine offene Diskussion ist ausdrücklich erwünscht.