Energieversorgung

Bei Netzüberlastung droht das Aus

Lauenburg. Dass ausgerechnet ein Chemie-Produzent in den bundesweiten Kreis der Klimaschutzunternehmen aufgenommen wird, muss kein Widerspruch sein.

Das Lauenburger Traditionsunternehmen Worlée ist das einzige seiner Art in diesem Verband, denn seit Jahren bemüht sich das Unternehmen um umweltgerechte und energieeffiziente Produktionsverfahren.

Und trotzdem sind es gerade die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen der Energieerzeugung, die Jan Eschke, Manager für Energie und Umwelt, Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Grund: Worlée nutzt seit vergangenem Jahr die Prozesswärme einer Biogasanlage für die Produktion. Dadurch will das Chemiewerk jährlich bis zu 400 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Der in der Anlage außerdem erzeugte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Genau darin liegt aber auch das Problem: Nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) müssen Anlagen mit einer Kapazität von mehr als 100 Kilowatt mit technischen Elementen ausgestattet sein, die es dem Netzbetreiber erlauben, die Biogasanlage extern abschalten zu können. Dies wird immer dann der Fall sein, wenn es durch ein Überangebot an Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu Netzengpässen kommt. In einem solchen Fall wird allerdings nicht nur die Stromerzeugung gestoppt, sondern auch die Versorgung nachgeschalteter Anlagen mit Prozesswärme. "Dies würde unmittelbaren Einfluss auf unsere Produktion haben. Solche Eingriffe von außen in die Energieversorgung sind deshalb für uns auf keinen Fall hinnehmbar", so Eschke.

Dies Argument überzeugte auch die CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann und Ingbert Liebing, die sich in der vergangenen Woche gemeinsam mit Markus Matthießen von der CDU-Landtagsfraktion zu einem Informationsbesuch im Unternehmen angemeldet hatten. Die Politiker verabschiedeten sich mit dem Versprechen, die Problematik in den jeweiligen Fachausschüssen vorzutragen.