Stadtbild

Stadt verschönert ihren "Vorgarten"

Lauenburg. Es ist noch nicht lange her, da konnte man sich auf dem Gehweg vom ehemaligen Trawag-Autohaus bis zur Kreuzung Lütauer Chaussee leicht die Beine brechen: Platten hatten sich gelöst, Unkraut wucherte zwischen den Fugen und der gesamte Bereich machte einen verwahrlosten Eindruck.

"Mich haben in der Vergangenheit mehrere ältere Anwohner angesprochen, weil der Fußweg so uneben ist, dass er schnell zur Stolperfalle werden kann", erzählt Klaus Höltig. Grund genug für den Sprecher des Seniorenbeirates, das Thema auf die Tagesordnung der regelmäßigen Gespräche mit Bürgervorsteher Andreas Lojek und Bürgermeister Andreas Thiede zu bringen.

Dass dies eine gute Entscheidung war, zeigt sich nur ein paar Wochen später: Der Fußweg ist begradigt, das rote Pflaster ein echter Hingucker und sogar der Seitenstreifen an der Straße ist mit Blühsträuchern neu bepflanzt.

Der Platz an der Kreuzung zur Lütauer Chaussee gleicht zwar nach den vielen Regentagen noch mehr einer Sumpflandschaft, aber auch hier ist die neue Wegeführung schon zu erkennen. Sobald das Wetter besser wird, rücken auch die Baumaschinen wieder an.

Was Planungen eigentlich sonst eher erschwert: Etwa die Hälfte der Fläche gehört der Stadt, die andere Hälfte ist Eigentum der Wohnungsgenossenschaft Neue Lübecker. "Bürgermeister Andreas Thiede hat gute Kontakte zu dem Immobilienunternehmen", verrät der Amtsleiter für Stadtentwicklung, Reinhard Nieberg. Nach ein paar Gesprächen gab es deshalb aus der Vorstandsetage der Neuen Lübecker nicht nur grünes Licht für die Umgestaltungspläne, sondern sogar eine Zusage über eine Kostenbeteiligung an dieser Baumaßnahme, für die insgesamt etwa 40 000 Euro eingeplant sind. Insgesamt 500 Quadratmeter der roten Pflastersteine aus der Produktion der Lauenburger Firma Hansebeton werden im Frühjahr entlang der Hamburger Straße und auf der Freifläche verlegt sein. "Außerdem haben wir hier eine feste Konstruktion für Hinweisschilder zu aktuellen Veranstaltungen in der Stadt vorgesehen", so Nieberg. Diese sollen auch noch an anderen Stellen der Stadt um Besucher zu kulturellen Höhepunkten in Lauenburg werben. "Dringenden Handlungsbedarf gibt es an vielen Ecken und Enden der Stadt. Wir haben dazu fertige Pläne in der Schublade, aber alle stehen und fallen mit der Haushaltslage und den politischen Entscheidungen", so der Amtleiter.

Offensichtlich fallen aber auch schon kleine Veränderungen auf. "Schön, dass hier was passiert und die Planer auch an neue Pflanzen gedacht haben", freut sich Thea Gaebel. Die 67-Jährige hatte sich früher oft über den verlotterten Zustand an der Hauptverkehrsstraße geärgert: "Wer hier vorbei fuhr, hat sich gleich sein eigenes Bild von Lauenburg gemacht." Jetzt kann sie von ihrem Fenster aus die Bauarbeiten mitverfolgen: "Das ist, als wenn die Stadt ihren Vorgarten verschönert."