Feinstaub

Lauenburg hält traurigen Rekord

Lauenburg. Dicke Luft an der Bundesstraße 5 und das im wahrsten Sinne des Wortes: Bis zum 19. Dezember vergangenen Jahres erfasste das Messgerät an der Berliner Straße an 26 Tagen eine Überschreitung des Grenzwertes für die Feinstaubkonzentration in der Luft.

Damit hält Lauenburg den traurigen Rekord gegenüber fünf anderen Standorten des Landes, an denen Geräte den Schadstoff ebenfalls nach der sogenannten Sammler-Methode erfassen. Zurzeit wird so an Verkehrsknotenpunkten in Kiel (21 Überschreitungstage in 2011), Brunsbüttel (24 Tage) und an zwei Standorten in Lübeck (17 und 25 Tage) gemessen. Die Bekanntgabe von Messwerten der letzten zwei Wochen 2011 steht noch aus.

Da die Konzentration von Feinstaub in der Luft erwiesenermaßen in der kalten Jahreszeit am größten ist, könnte es für Lauenburg ganz knapp werden, denn es fehlten am 19. Dezember nur noch neun Tage, und die absolute Toleranzgrenze wäre auch noch überschritten. Zulässig sind in Schleswig-Holstein maximal 35 Überschreitungen des Tagesmittelwertes pro Kalenderjahr. Geregelt ist der europaweit zulässige Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Bundes-Immissionsschutzgesetz, das seit dem 1. Januar 2010 gilt.

Doch die Werte hätten in Lauenburg noch viel dramatischer ausfallen können, denn das Messgerät wurde genau einen Monat nach der Einführung des Durchfahrtsverbotes für schwere Laster auf der B 5 aufgestellt. An der Hafenstraße (B 209), durch die die Schwerlasttransporter nach wie vor ungehindert donnern, wird die Feinstaubkonzentration bisher nicht erfasst.

Eine Umsetzung des grauen Messkastens ist offensichtlich bisher auch nicht vorgesehen. Wie Christiane Conrad, Sprecherin des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, wird die ursprünglich für ein Jahr vorgesehene Feinstauberfassung an der Berliner Straße zunächst bis zum Frühjahr fortgeführt.

Die Luftschadstoffprüfung an der B 5 wird auch Thema der öffentlichen Verkehrskonferenz am Mittwoch, 11. Januar, ab 18 Uhr in der Osterwold-Halle sein. Dr. Dirk Jürgens aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume wird dann über Schlussfolgerungen und Bewertungen sprechen, die das Land aus den Messergebnissen in Lauenburg zieht. Wahrscheinlich wird dann nach Auswertung der letzten zwei Wochen vergangenen Jahres auch klar sein, ob Lauenburg doch noch an der maximal zulässigen Toleranzgrenze der jährlichen Überschreitungstage vorbeigeschrammt ist. Sollte dies nicht der Fall sein, muss für Lauenburg ein Luftreinhalteplan aufgestellt werden. Darin können unter anderem Beschränkungen des Straßenverkehrs festgelegt werden.