Glinde

Neue Zustellbasis für Post DHL entsteht

Wilhelm-Bergner-Straße: Die Dimension lässt sich erahnen

Der heimliche Fahrrad- und Spazierweg zwischen Wilhelm-Bergner-Straße und der K 80 ist gekappt. Das Gelände zwischen Alfa Laval, dem Metallhandel Siegfried Jacob und Honeywell ist keine Brache mehr. Martin Grundler, Sprecher der Deutschen Post DHL in Hamburg, bestätigt, was seit einigen Tagen ein großes Bauschild am Ende der Sackgasse verkündet: Auf dem acht Hektar großen Areal entsteht eine mechanisierte Zustellbasis des Unternehmens. Das hohe, nicht mehr zu übersehende Betongerippe lässt die Ausmaße der großen Halle erkennen. Die Zustellbasis soll im Frühjahr 2014 ihre Arbeit aufnehmen. Es wird 120 Arbeitsplätze geben.

Wie der Konzern bereits im Dezember bei der Inbetriebnahme der ersten Zustellbasis in Braunschweig ankündigte, sind im gesamten Bundesgebiet 25 dieser mechanisierten Zustellbasen in Vorbereitung. Sie sollen neben den bestehenden Paketzentren eine zweite wichtige Säule des neuen Paketkonzeptes bilden. Die eingebaute Verteilanlage ordnet die Sendungen den jeweiligen Zustellern automatisch zu. Sogenannte Kastenrutschen nehmen bis zu 200 Sendungen auf und transportieren sie bis zum Lieferwagen. Was in üblichen Zustellbasen per Hand sortiert wird, läuft dann automatisch. Bis zu 120 Zustellbezirke in Glinde und Umgebung werden bedient.

Die Post DHL reagiert mit den neuen Zustellbasen auf das stetig wachsende Paketgeschäft. Seit 2007 sind die Umsätze durchschnittlich um 3,5 Prozent pro Jahr gewachsen, im ersten Halbjahr 2011 sogar um knapp zehn Prozent. Besonders bei dieser Art der Zustellbasis ist, dass sie bei Bedarf zu einem kleinen Paketzentrum umfunktioniert werden. "Das entlastet zum Beispiel vor Weihnachten sehr, wenn wir bis zu sieben Millionen Paketsendungen pro Tag umschlagen", sagt Grundler.

Dafür werden flexibel nutzbare Be- und Entlademöglichkeiten und Sortierbänder installiert. So kann DHL Sendungen direkt in der Zustellbasis bearbeiten, und die Laufzeit der Pakete verkürzt sich deutlich. Das sei zudem wichtig, weil von weiter wachsendem Online-Handel ausgegangen werde. "Es werden noch mehr Branchen, wie der Lebensmittelhandel, erschlossen. Eine schnelle Lieferung ist gefragt. Darauf reagieren wir", so Grundler.

Das Gelände hatte Alfa Laval 2001 verkauft. "Der neue Eigentümer möchte seinen Rechtsanspruch auf Bebauung realisieren", hieß es im Jahr darauf. Kein Wunder, denn der alte B-Plan aus dem Jahr 1974 ließ dem Eichenwald, der dort stand, keine Chance. Einzig geschützte Ameisenvölker wurden fachgerecht umgesiedelt. Der Harvester, eine Holz-erntemaschine, hinterließ eine Wüstenei. Allerdings mussten zum ökologischen Ausgleich im Kreis Stormarn knapp 25 Hektar Ersatzwald gepflanzt werden.

Wenig später wurden Pläne für einen umfangreichen Logistikpark vorgestellt. Diese wurden aber nie realisiert. Das Gelände wuchs zu und wurde in der Zwischenzeit weiter verkauft.

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