Katzenschau

Schönheiten von Kopf bis Schwanz

Glinde (st). Ein kurzer, gedrungener Körper? Kräftige Beine? Ein energisches Kinn? Da kann Dieter Filler schon einmal ins Schwärmen geraten - zumindest, wenn es sich um ein Perserkatzen-Mädchen wie Mix-Minus aus Dänemark handelt.

Gestern prüfte er die einjährige Katze in Glinde. Der Deutsche Edelkatzenzüchterverband hatte zur Internationalen Katzenschau eingeladen. 232 Vierbeiner wurden den Preisrichtern vorgestellt. Mix-Minus schaffte es dann doch nicht zur Nominierung: Filler bemängelte den nicht ganz so runden Kopf und die Fellzeichnung.

Er war einer der sechs Richter der Fifa, der Fédération internationale féline, die nach Glinde kamen. Er züchtet seit 1976 selbst Perserkatzen und hat die in 40 Ländern festgeschriebenen Standards für die Rassen so verinnerlicht, dass er nicht lange überlegen musste, um die schönsten Exemplare auszugucken. Der Richterschülerin Anja Wolf aus Berlin zeigte er genau, worauf sie achten muss, als er den Kater Fire-Wire prüfte. "Bei dieser Red Tabby Colour sind die zu hellen blauen Augen immer ein Problem", erläuterte er. Das Albino-Gen sorge dafür, dass die Augen selten so dunkelblau werden, wie es das Rasse-Ideal vorsehe. "Über die kurzen Nasen der Perserkatzen wird viel geredet", sagte er. "Dabei sind offene Nasenlöcher viel wichtiger für das Wohlbefinden der Tiere. Darauf achten wir." Ein Ziel der Bewertung sei es, den Züchtern eine Richtlinie vorzugeben.

Gabriele Graap aus Lübeck hat auch schon Perser gezüchtet, bis sie die Bengalkatzen kennenlernte, die eine Fellzeichnung wie ein Ozelot haben. "Sie sind so natürlich", schwärmte sie. Mittlerweile hat sie fünf Bengalen, mag sie aber nicht züchten, weil sie sich von keinem Jungtier trennen kann. Mit einem Augenzwinkern trat sie mit Kater "Jungle", der von vielen Besuchern bewundert wurde, im Partnerlook auf: Sogar ihre Fingernägel hatte sie im Leo-Muster lackiert. Die Lübeckerin schätzt vor allem die internationale Gemeinschaft der Aussteller: "Wir sind wie eine große Familie, trinken zusammen Kaffee und haben natürlich immer ein Gesprächsthema: unsere Katzen." Sie war zufrieden, dass sie ihren Liebling auf der Bühne präsentieren durfte.