Mühlengespräche

In diesem Hörsaal sind akademische Dünkel fremd

Glinde (st). Dank der Mühlengespräche können die Glinder ihren Bildungshunger bei hochkarätigen Professoren stillen.

Denn im Flächenland Schleswig-Holstein kommen die Professoren aus Kiel und Hamburg für ihre Vorträge direkt zu den Sektionen der Universitätsgesellschaften. "Und unsere Mühlengespräche haben tatsächlich Gesprächscharakter", betont Hartmut Hager, Vorsitzender der Glinder Sektion. "Unsere Referenten erwarten, dass die Hörer Fragen stellen." Akademische Dünkel seien sowohl den Stammhörern als auch den Dozenten fremd. Jeder ist willkommen.

Gemeinsam mit Dr. Marlies Lehmann, Leiterin der zweiten Gastgeberin, der VHS, stellte Hager jetzt das neue Programm für das erste Semester 2013 vor. Historiker, Naturwissenschaftler, Geografen, Pädagogen, Kunsthistoriker und Musikwissenschaftler der Christian-Albrechts-Uni in Kiel und der Uni Hamburg referieren jeweils dienstags ab 20 Uhr. Den Auftakt macht der Historiker Prof. Manfred Hanisch am 22. Januar mit einem Festvortrag anlässlich des 50. Jahrestages des Elysee-Vertrages. Im Mittelpunkt steht die deutsch-französische Freundschaft. Er hat ihn eigens für Glinde, das eine sehr aktive Verbindung zur Schwesterstadt St.-Sébastien-sur-Loire pflegt, verfasst. "Die Stadt wollte gern, dass wir den Vortrag in das Bürgerhaus verlegen", berichtet Hager. Doch damit waren die Organisatoren nicht einverstanden. "Wir wollen, dass die Gespräche in der Mühle bleiben", bekräftigt Hager. Der familiäre Rahmen mache den Dialog erst möglich.

Am 29. Januar erläutert Prof. Rüdiger Schulz die "Fotosynthese - Lichtgetriebener Motor des Lebens und Grundlage zur Biomasse- und Bioenergie-Erzeugung". Ganz neu konnten die Glinder den Astrophysiker Prof. Jürgen Schmitt gewinnen. Der Dozent der Uni Hamburg hat viele Jahre die Bergedorfer Sternwarte geleitet. Am 5. März beantwortet er den Hörern die Frage "Gibt es eine zweite Erde?" und berichtet neueste Erkenntnisse über ferne Welten. Das ganze Programm ist ab 20. Dezember unter www.vhs-glinde.de zu finden.

90 Stammhörer sind im Besitz von Dauerkarten. Für die begehrten Einzelkarten raten die Organisatoren deshalb, schon um 19.30 Uhr an der Abendkasse in der Mühle, Kupfermühlenweg 7, zu sein, um noch einen Platz zu ergattern. Kosten: fünf Euro.

"Die Referenten erwarten, dass die Hörer Fragen stellen." Hartmut Hager, Universitätsgesellschaft, Sektion Glinde